Ultrabooks 2012

Rank und schlank, mobil mit Stil

Die allerersten Geräte betraten 2011 die Computing-Bühne. Anfang 2012 war auf der CES in Las Vegas eine wahre Flut von ihnen zu sehen. Zuletzt war die neue Geräteklasse auf der CeBIT in Hannover Anfang März ein Top-Thema. Und spätestens wenn Intel die neuen Ivy Bridge-Prozessoren freigibt − wahrscheinlich Mitte des Jahres − werden wir wieder zahlreiche neue dieser super schmalen, extra leichten und hyper schicken Laptops zu sehen bekommen. Nur wenige Millimeter dünn, extrem leicht, reaktionsschnell, mit langer Akku-Laufzeit ausgestattet und meist in edles Aluminium gehüllt, schreiten die Ultrabooks voran, um den Notebook-Markt zu revolutionieren.

Ein neuer Markt. Hannes Schipany, Geschäftsführer von Toshiba Austria und CEE, schätzt die Lage nüchtern ein: »Das Segment Ultrabook stößt auf breites Interesse und ist grundsätzlich für alle Kundengruppen interessant. Positioniert als Erstgerät sind sie sowohl für Privatkunden als auch für den Business-Anwender interessant. Nach unserer Einschätzung wird es 2012 durch das neue Segment Ultrabook im PC-Markt aber zu keinen gewaltigen Wachstumsschüben kommen, da nicht neue Kundengruppen hinzu gewonnen werden können, sondern vielmehr eine Umverteilung im Markt stattfindet.«

»Diversifizierung des Marktes verhindert Kompromisse.« Hannes Schipany, Geschäftsführer Toshiba Österreich

Der Kunde, der sich bisher bereits für ein extrem mobiles und leistungsstarkes Notebook entschieden hat, wird jetzt ein Ultrabook kaufen. »Dies deckt sich auch mit unserer Auffassung, dass es für jeden Anwender und Kundenanspruch das entsprechende Gerät gibt und keine Kompromisse eingegangen werden müssen«, so Schipany. »Die Diversifizierung des Marktes wird deutlich.«

»Ultrabooks sind bereits als Mainstream-Produkte erhältlich.« Andrea Tammegger, Product Manager Acer Austria

Große Zukunft. Die Ultrabooks stellen eine neue Geräteklasse dar, die es dem Anwender ermöglicht, unter Berücksichtigung seines gewohnten Windows-Arbeitsumfeldes bei höchster Mobilität zu arbeiten. Er muss keinerlei Kompromisse hinsichtlich Größe, Gewicht, Akkulaufzeit, mobiler Kommunikation oder Konnektivität eingehen. Schipany weiter: »In der Positionierung als Erstgerät unterscheiden sie sich sehr von Tablets oder Netbooks.

Während Tablets und Netbooks als Zweitgerät neue Nutzungsmöglichkeiten oder Kundengruppen hinzugewinnen konnten, finden die Ultrabooks ihrem Platz innerhalb der mobilen leistungsstarken Notebooks und verursachen so eine Umverteilung im Markt.«
Andrea Tammegger, Product Manager Consumer Division bei Acer Austria, pflichtet bei: »Das Segment der Ultrabooks ist derzeit im Wachstum begriffen, wird aber für eine starke Belebung des Marktes sorgen. Ultrabooks sind nicht mehr nur im High-end-Bereich zu finden, sondern bereits als Mainstream-Produkt erhältlich. Auch hinsichtlich Produktivität wird es mit einem herkömmlichen Notebook vergleichbar.«

»Den Ultrabooks steht eine große Zukunft bevor.« Georg Zedlacher, Marketing Director Dell Central Europe

Dem kann sich Georg Zedlacher, Marketing Director Consumer & Small Business Central Europe bei Dell, nur anschließen: »Ultrabooks steht eine große Zukunft bevor, denn sie erfüllen wichtige Ansprüche der Nutzer: Sie sind schick und handlich, lassen sich in wenigen Sekunden hochfahren, erreichen eine sehr lange Akkulaufzeit und stehen mit den aktuellen Core-i-Prozessoren von Intel konventionellen Geräten in Sachen Leistung in nichts nach.«

Kampf um den Markt. Intel, das das Design-Konzept zu Ultrabooks vorgibt, prognostizierte für die neue Notebook-Kategorie bis Ende 2012 einen Marktanteil von 40% bei Neuauslieferungen. Analysten rechnen zwar nicht mehr mit einer derart raschen Verbreitung, sehen aber dennoch positive Entwicklungen für Konsumenten voraus. So dürfte sich der Durchschnittspreis von aktuell 1.000 US-Dollar möglicherweise schon in Bälde auf 700 bis 800 US-Dollar senken. Andrea Tammegger von Acer dazu: »Die von Intel erwarteten 40% Marktanteile scheinen derzeit noch weit entfernt. Allerdings wird mit dem zunehmenden Angebot, den vielfältigeren Formfaktoren, sowie attraktiven Preispunkten die Nachfrage steigen.«

Ein Preiskampf ist unausbleiblich. Schon aktuell erfahren die Geräte einen Nachlass von gut 20%, um die Lager für die kommende Generation zu räumen. »Wir werden in diesem Jahr sicherlich Ultrabooks für 800 Dollar sehen«, sagte Acer-Präsident Jim Wong gegenüber der Tageszeitung »Die Welt« Anfang März. Im kommenden Jahr werde es voraussichtlich bereits Geräte für knapp 400 Euro geben.

»Vor allem für Business-Kunden eine gute Alternative.« Rudolf Gruber, Category Manager PSG HP Österreich

Ob sich gute Verkaufszahlen auch in steigenden Gewinnen niederschlagen, ist fraglich. Denn schon jetzt zeigt sich: Die einzelnen Anbieter tun sich schwer damit, eigene Akzente zu setzen. Für die Verbraucher sind die meisten Geräte wie Klone − sie sind selbst bei näherem Hinsehen kaum zu unterscheiden. Der Branche droht damit der nächste Preiskampf.

Verblüffend ähnlich. Es hat seinen Grund, dass sich die meisten Ultrabooks verblüffend ähnlich sind: Die mobilen Rechner haben maximal 18 Millimeter Höhe – da bleiben den Designern nicht mehr allzu viele Optionen. Im Inneren haben die Hersteller auch nur sehr begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Sie nutzen alle die gleichen Prozessoren von Intel.
Prozessoren sind das Gehirn eines jeden Rechners. Und sie setzen allesamt die Software von Microsoft ein. Nur mit kleinen, eher nebensächlichen Features können sich Branchengrößen wie Hewlett-Packard, Acer, Dell oder Asus voneinander differenzieren. Bei dem einen Ultrabook ist ein spezielles Stromspar-Programm installiert, das andere hat eine besonders hochwertige Tastatur, beim nächsten ist das Gehäuse aus Aluminium.

Nur einem Produzenten ist es bisher gelungen, sich dem Preiskampf über alle Gerätekategorien hinweg weitgehend zu entziehen: Apple. Dafür leistet sich der US-Konzern allerdings auch eigene Betriebssysteme, einen eigenen App-Store sowie einige selbst entwickelte Komponenten. Doch der Aufwand lohnt sich, denn das Kultlabel aus dem Silicon Valley kann damit ein Paket anbieten, das die Konkurrenz nicht hat. Nichtsdestoweniger: Vor Kurzem hat auch Apple sein Preise für das Macbook Air deutlich reduziert.

Positionen der Hersteller. Dipl.-Ing. Rudolf Gruber, Category Manager Commercial Products, Personal Systems Group HP, bleibt vorsichtig: »Der Markt der Ultrabooks ist ein hart umkämpfter, und der etwas höhere Preis im Vergleich zu Notebooks lässt die Konsumenten noch zögern. Dieser ergibt sich aus den spezifischen technischen Details, wie z.B. den SSD Disks oder den UltraLowVoltage CPUs.«

»Trend nach besonders mobilen Geräten setzt sich fort.« Thomas Hartl, Country Manager Österreich Asus Computer

Dennoch glaubt er an Grundgesetze des Marktes: »Vor allem für Business-Kunden, für die Mobilität eine wichtige Rolle spielt, sind Ultrabooks eine gute Alternative zu Notebooks. Wir rechnen in diesem Segment, auf Grund des längeren Beschaffungsprozess bei Unternehmen, mit steigenden Umsätzen ab Herbst.« Und er glaubt an sein Produkt: »Trotz der großen Modell-Vielfalt am Ultrabook-Markt kommt das HP Folio 13 sehr gut bei den Kunden an.« Beim Folio 13 wurde die erlaubte Bauhöhe von 18 mm voll ausgenützt, was vor allem dem Akku-Bereich zu Gute kommt: Das Folio 13 erreiche so eine Laufzeit von sogar neun Stunden.

Hier sieht auch Thomas Hartl, Country Manager Österreich, Asus Computer, seine Chancen: »Der Trend nach leichten, besonders mobilen Geräten, die sich außerdem durch ein außergewöhnlich schönes Design sowie hochwertiges Material auszeichnen, wird sich auch in Zukunft weiter fortsetzen. Und genau hier positionieren sich die innovativen Asus Zenbook-Modelle. Mit dem geringen Gewicht und der langen Akkulaufzeit passen sich die Geräte den Bedürfnissen des modernen Menschen an. Mit dem Asus Zenbook UX31E-RY018X haben wir zudem auch ein Gerät mit TPM (Trusted Platform Modul) und Microsoft Windows 7 Professional vorgestellt, das prädestiniert für den mobilen Arbeitseinsatz ist.« Vom »Innovationstreiber in der digitalen Ära«, laut Eigendefinition, sind von Asus jedenfalls noch zahlreiche weitere Zenbook- Varianten im Verlauf dieses Jahres erwarten.

Toshibas Hannes Schipany sieht sich als Vorreiter gleichfalls in bester Position: »Im Segment der ultraportablen Notebooks ist Toshiba insbesondere mit der Portégé Serie bereits seit Jahren erfolgreich. Die so gewonnenen Erfahrungen konnten wir in die Konzeption der eigenen Ultrabooks bestens einbringen, wobei unser hoher Qualitätsanspruchs sowie die integrierten Sicherheitsfunktionen hervorzuheben sind. Die Modelle der Z830-Reihe gehören zu den weltweit dünnsten und leichtesten Ultrabooks und überzeugen durch ein elegantes Design. Gleichzeitig haben wir unser einzigartiges EasyGuard-Konzept in der Ultrabook-Reihe umgesetzt und erfüllen höchste Ansprüche auch im Business-Bereich. Alle Ultrabooks verfügen über ein entspiegeltes Display, eine hintergrundbeleuchtete Tastatur, ein robustes Magnesiumgehäuse mit integrierter Wabenstruktur sowie zahlreiche Schnittstellen, die ohne Adapter genutzt werden können, wie Gigabit Ethernet, oder eine zusätzliche RGB-Schnittstelle. Für die Modelle der Portégé-Serie ist außerdem High-Speed-UMTS selbstverständlich. All das macht uns im Wettbewerb einzigartig.«

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