IKT-Trends 2012

Technologie: Türöffner & Faktor X

Das Szenario nimmt Gestalt an. 2012 werden die Grenzen überschreitenden Verbindungen zwischen Menschen, Maschinen und ihren Umgebungen die Unternehmenslandschaft und das Arbeitsumfeld stärker als jemals zuvor beeinflussen. So lautet die Prognose der heuer vom Kommunikationsdienstleister Verizon veröffentlichten Technologietrends für das kommende Jahr. Ein hervorragender Punkt dabei, so Mike Palmer, Vice President bei Verizon. »Es gilt, mit dem ›übervernetzten‹ und ›grenzenlosen‹ Lebensstil Schritt zu halten, an den wir uns bei der Arbeit, zu Hause und überall sonst gewöhnt haben.«

Und das sind Verizons Top 10 Trends für 2012:
• Der Netzwerk-Effekt. Mit jedem intelligenten Endgerät und jeder Software-Anwendung, die man einem Netzwerk hinzufügt, werden sämtliche verbundenen Endpunkte automatisch smarter, denn alle profitieren von zusätzlichen Verbindungen. Es entstehen neue Chancen, gesellschaftliche Herausforderungen sind zu bewältigen, wie im Gesundheitswesen und bei Smart-Energy-Lösungen. Der Bedarf an sorgfältig konzipierten und präzise gemanagten Services in den Kernbereichen globaler IP-Backbones und schneller Wireless-Netzwerke wird weiter zunehmen.
• Die Enterprise Cloud. Die Enterprise Cloud ist technisch ausgereift und ihre Vorteile kommen zum Tragen: deutliche Reduzierung des Investitionsaufwandes, effizientere geschäftliche Abläufe und mehr Wirtschaftlichkeit. Unabhängig davon, ob es sich um ein öffentliches, privates oder hybrides Modell handelt. Die Enterprise Cloud wird eine entscheidende Rolle bei der »Mobilmachung« von Firmenanwendungen spielen.
• Die Datenmassen. Große Datenmengen erzeugen Innovationsdruck. Neue »Köpfe« werden über die Qualität von Daten entscheiden und strategische Anwendungen festlegen, die neue Geschäftschancen erschließen, während gleichzeitig die Voraussetzungen für faktenbasierte Entscheidungen in Sinne der Erfolgssteigerung geschaffen werden. Predictive Analytics, das aus der Analyse vorhandener Daten Erkenntnisse für die Zukunft zieht, wird eine zentrale Rolle spielen.
• Das Social Enterprise. Unternehmen werden sich künftig noch stärker der sozialen Medien bedienen, um auf sämtlichen Ebenen Wissen und Informationen anzuzapfen. Mit den richtigen Tools – etwa HD-Video für intensivere Zusammenarbeit – sind Firmen in der Lage, mit deutlich weniger Aufwand schneller und effizienter als je zuvor Informationen zu erzeugen, zu erschließen und gewinnorientiert umzuwandeln.
• Der Video-Hype. Video ist dabei, anderen Technologien den Rang abzulaufen, da es auch auf Tablets, Mobiltelefonen und Laptops nutzbar ist und bei Anwendern äußerst beliebt. Dank der Bandbreitenkapazitäten und der Verknüpfung von globalen IP-Netzwerken und 4G LTE Wireless wird Video für zahlreiche Aktivitäten innerhalb von Unternehmen immer mehr zum bevorzugten Kommunikationsvehikel. Videofähige Contact Center sind »der letzte Schrei« bei Business-to-Consumer-Applikationen.
• Die Individual-Services. Personalisierung führt dazu, dass Unternehmen ihre Prozesse neu strukturieren. Die Suche wird sich verstärkt auf neue Chancen und Kanäle richten, die den Kunden entgegenkommen. Multifunktions-Kioske, Contact Center Routing und »Click-to-chat«-Fenster werden Firmen beim Kundenservice unterstützen. Zusätzlich wird die Enterprise-Cloud mehr Anwendungsintelligenz zulassen, und es wird einfacher sein, Anwendungen und physische Umgebungen miteinander zu integrieren, wodurch sich das Service-Erlebnis weiter personalisieren lässt.
• Die IT-Consumerization. Ebenso wie die Personalisierung zu neuen Ansätzen im Kundenservice führt, werden die IT-Abteilungen vermehrt von den Usern im Unternehmen beeinflusst. Zahlreiche Organisationen wollen ihre Produktivität steigern, indem sie ihre IT-Richtlinien für Mitarbeiter öffnen, die ihre eigenen Tools an den Arbeitsplatz mitbringen, und statten den mobilen Mitarbeiter mit Cloudbasierten Anwendungen aus, die auf portablen Endgeräten sicher und zuverlässig funktionieren und dabei in traditionelle Desktop-Anwendungen integriert sind.
• Machine-to-Machine-to-People. Die Machine-to-Machine-Kommunikation wird die Weise verändern, wie Menschen mit ihrem persönlichen Umfeld verfahren – ganz gleich, ob es dabei um Energieverbrauch, um Lagerbestandsverwaltung oder das Management wichtiger Business-Assets und der Fahrzeugflotte geht. Der menschliche Faktor hingegen wird eine wichtige Rolle in der Nutzung digitaler Informationsbeschaffung und bei der Innovation spielen.
• Compliance. Compliance wird 2012 zur Grundvoraussetzung guter Geschäftspraktiken. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld, die immer strengeren Auflagen seitens der Behörden und die Notwendigkeit, Geschäftschancen in vollem Umfang zu nutzen, steigern das Interesse an klugen, holistischen Sicherheitskonzepten. Damit wird sich auch die Art verändern, wie Firmen mit ihrem erweiterten Partnernetz interagieren.
• Energieeffizienz. Energieeinsparungen werden für viele zum absoluten Muss. 2012 investieren Unternehmen in unterschiedlichste Bereiche, von effizienterer Beleuchtung über Heizungs- und Klimatisierungssysteme bis hin zur Einführung energieeffizienter Technologien. Man wird sich auf die Suche nach flexibleren Computing-Modellen begeben. Unterm Strich werden Unternehmen Energieressourcen effizienter einsetzen, indem sie ein tragfähiges Geschäftsmodell für die Ressourcenoptimierung im Einklang mit ihren Geschäftszielen entwickeln.

Mobilität & Agilität: Continuous Delivery
Der IT-Full-Service-Anbieter Consol Software sieht das Jahr 2012 stark geprägt von einem Wandel hin zu mobilen Spezialanwendungen. Mobile Lösungen halten sukzessiven Einzug in immer mehr und auch kritische Bereiche. Auch wird sich die berufliche und private Nutzung mobiler Geräte zunehmend vermischen. »Wir sehen, dass Unternehmen, bedingt durch den wirtschaftlichen Druck, durch Innovationskraft und neue technologische Entwicklungen mutiger werden, auch neue Wege zu gehen«, erläutert Engelbert Tomes, Geschäftsführer der Consol Austria. Im Bereich des »Mobile Enterprise Computing« nehme die Bedeutung von mobilen Applikationen als verlängerter Arm von Firmenanwendungen daher immer weiter zu. Beispiele für solche Applikationen sind Benutzerschnittstellen zu ERP, CRM- und BPM-Systemen.

»Unternehmen werden mutiger, auch neue Wege zu gehen«, Engelbert Tomes, Geschäftsführer Consol Austria.

Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass unterschiedliche Geräteklassen und Technologien parallel am Markt bestehen werden und raten IT-Leitern daher zu einem Diversity-Programm, um die Vielfalt zu verwalten. Insgesamt hat der Einzug der mobilen Geräte Auswirkungen auf das Risikomanagement und das Management einer großen Anzahl solcher mobilen Geräte: sprich auf Sicherheitsrichtlinien und professionelles Asset Management. Zu beobachten sei auch, so Consol, dass Unternehmen insgesamt zunehmend agiler werden wollen. Produkte müssen schneller auf den Markt gebracht, IT-Projekte in kürzerer Zeit umgesetzt werden. Um dies zu erreichen, adaptieren sie neue Arbeitsweisen aus der Software-Entwicklung.
Der aus Scrum bekannte agile Projektmanagement-Ansatz werde zukünftig auch in andere Bereiche übertragen. Bei dieser unter dem Stichwort »Continuous Delivery« beschriebenen Vorgehensweise werden die Entwicklung und der Betrieb von Softwarelösungen künftig frühzeitig zusammenarbeiten mit dem Ziel, gemeinsam schneller zum Ergebnis zu kommen und zu jedem Zeitpunkt eine lauffähige Software parat zu haben.

Business Intelligence: Mobil, kollaborativ und wolkig
BI-Spezialist arcplan sieht drei Hype-Themen von 2011 in diesem Jahr den Durchbruch schaffen: Mobilität, Kollaboration und Cloud. Laut dem BI Survey 10 des Analystenhauses BARC nutzen aktuell bloß 8% der befragten Anwender ihre BI-Lösung auch mobil. 2012 werde aber – neben dem weiteren Vormarsch von Android – mit Microsoft und Phone 7 ein Player in den Markt zurückkehren, der bis dato unterrepräsentiert war. Fakt sei, dass Unternehmen nach einer Lösung suchen, mit der sich Mobile BI auch jenseits der Apple-Plattform kosteneffizient umsetzen lässt. Das von Microsoft propagierte neue Metro-Design sei für alle mobilen Endgeräte anwendbar, in einer Plattform bündelbar und damit bestens für Geschäftsanwendungen geeignet, um den Einstieg in Mobile BI zu erleichtern.
Ebenso seien Unternehmen für die Vorteile von Collaborative BI sensibilisiert. Ausgefeilte Softwarelösungen versetzen Mitarbeiter in die Lage, mittels einfachen Zugangs zu fundierten Informationen wichtige Entscheidungen zu fällen. Firmen werden erkennen, dass Wissen eine wichtige Quelle für wirtschaftlichen Erfolg ist und alle Mitarbeiter an dem vorhandenen Reservoir teilhaben müssen.
Schließlich wird auch Cloud Computing im Bereich BI an Popularität gewinnen. Bei der Wahl des richtigen Cloud-Modells spielen Datenmenge und -sicherheit die wichtigen Rollen: Marketing-Daten sind relativ überschaubar und lassen sich leicht in Public Clouds auslagern – im Gegensatz zu Finanzdaten einer BI-Lösung, die besser in der Private Cloud aufgehoben sind. Die Hybrid Cloud bietet dagegen einen hervorragenden Einstieg in die BI-Wolke.
Unternehmen müssen sich nicht sofort für das eine oder gegen das andere Modell entscheiden, sondern können eine Lösung wählen, die am besten zu ihren Anforderungen passt. In Verbindung mit dem wachsenden Wunsch nach mobiler BI bieten sich Cloud-Lösungen als optimale Ergänzung an.

IT-Security: Spion gegen Spion

»2012 ist erneut mit zielgerichteten Attacken zu rechnen«, Ernst Eisner, Country Manager Symantec Österreich.

Die Security-Spezialisten von Symantec verhehlen ihre Sorge nicht. Sie haben jüngst den Wurm Duqu entdeckt, der als Vorbote für einen zukünftigen Stuxnet-ähnlichen Angriff gilt. Sein Ziel war es, die Hersteller industrieller Kontrollsysteme auszuspähen, um auf Basis der gesammelten Daten Angriffe gegen industrielle Anlagen vorbereiten zu können. Bislang lässt sich das konkrete Ausmaß nicht abschätzen. Doch es ist wahrscheinlich, dass mehrere Angriffe dieser Art durchgeführt und nicht entdeckt wurden. »Daher besteht guter Grund für die Annahme, dass in 2012 erneut mit zielgerichteten Attacken zu rechnen ist«, so Ernst Eisner, Country Manager von Symantec Österreich.
Das Thema »Digitale Industriespionage« gewann 2011 deshalb an Fahrt, weil Firmen verstärkt versuchten, an sensible Daten der Wettbewerber zu kommen. Als jüngstes Beispiel nennt Carsten Hoffmann, Presales Manager von Symantec, eine Serie von Cyber-Attacken, genannt »Nitro«. Dabei fielen 29 Unternehmen der Chemiebranche sowie 19 weitere Firmen aus anderen Sektoren, vor allem der Rüstungsindustrie, der Kampagne zum Opfer. Ziel war es, an Formeln, Baumuster und Produktionsprozesse zu gelangen.
2012 sollen sich Angriffe, die der Spionage oder Sabotage dienen, weiter ausweiten. Da Unternehmen verstärkt neue Medien nutzen und hier Informationen preisgeben, die etwa für Social Engineering-Angriffe einsetzbar sind, ist auch mit größeren Angriffswellen über soziale Netzwerke zu rechnen. Denn nach wie vor spielen Neugierde und Leichtfertigkeit seitens der Benutzer den Hackern in die Hände.
Vor allem kleine und mittlere Betriebe bringen sich hier selbst in die Schusslinie, weil sie die Bedrohungslage unterschätzen und auf einfachste Schutzmaßnahmen verzichten, warnt Eisner nachdrücklich: »Schon seit Anfang 2010 zielten ganze 40 Prozent aller Cyber-Angriffe auf Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern, wohingegen große Firmen nur in 28 Prozent der Fälle betroffen waren.«

Netzwerktechnologie: Network reloaded
Ob zunehmende Mobilität der Anwender, neue Endgeräte oder ein Zugriff auf immer mehr Anwendungen in der Cloud: Auf die Netzwerke kommen große Herausforderungen zu. Blue Coat Systems nennt fünf wichtige Einflüsse:
• Im Rahmen der Consumerization tritt das BYOD-Modell (Bring Your Own Device) in Konkurrenz zur herkömmlichen IT-Beschaffung – die Anforderungen an Bandbreite steigen.
• Mitarbeiter in Filialen bekommen endlich direkten Zugang – angetrieben durch die wachsende Nutzung der Cloud und das Bestreben der Unternehmen, ihre Kostenstrukturen weiter zu optimieren.
• Auf die Netzwerke kommt ein deutlich erhöhtes Datenverkehrsaufkommen zu. Zu den gewohnten Update-Zyklen gesellen sich künftig teilweise umfangreiche Updates für die zahlreichen neuen Endgeräte.
• Die Nutzung von Video aus dem Web und aus unternehmensinternen Quellen wird signifikant ansteigen. Das führt zu Überflutungen im WAN und am Internet-Gateway.
• Cloud-basierte SaaS-Angebote verändern sich zu einem Hybridmodell, bei dem sich ein Teil der Rechenleistung und Datenspeicherung auf die lokalen Geräte verlagert.

Unternehmen sind gefordert, die Strukturen ihrer Rechenzentren zu modernisieren. Die Auswirkungen von Entwicklungen wie Server-Virtualisierung, Cloud Computing und Consumerization auf das Netzwerk stehen im Fokus. Extreme Networks hat dazu drei Technologietrends geortet:
• Allein aus Kostengründen werden Betreiber von Rechenzentren kurz- bis mittelfristig ihre Daten- und Speichernetze miteinander verschmelzen. Basis dafür wird das offene, interoperable und inzwischen ausreichend schnelle Ethernet mit zunächst 10 Gbit/s sein. Weiters hat iSCSI ein hohes Potenzial, sich zur Storage-Technologie der Zukunft zu entwickeln: Es läuft nativ über Ethernet-Netze, ist offen und interoperabel und wird von vielen Herstellern unterstützt.
• Nach der Virtualisierung der Server steht jene der Clients in Haus. Benutzer können nun von jedem Ort aus und über beliebige Endgeräte auf zentrale Ressourcen zugreifen – Identity Management wird daher zur Aufgabe des Netzwerks.
• Um mit dem hohen Speed von konvergierten LAN-SAN-Strecken und performanten Edge-Switches mithalten zu können, muss der Netzwerk-Core höhere Geschwindigkeiten unterstützen. Daher müssen Rechenzentren in 2012 ihre Core-Switches zunehmend auf 40 Gigabit Ethernet aufrüsten.

Storage & Governance: Das digitale Gold
Während neue Infrastrukturtechnologien den Boden für weiteres Datenwachstum bereiten, wird eine Vervierfachung des weltweiten Datenvolumens bis 2015 erwartet. Hersteller von Speichertechnologie wollen das Mengenwachstum mit den üblichen Ansätzen bewältigen. Nach Ansicht von Wolfgang Munz, Geschäftsführer des Storage- und Klassifizierungsspezialisten dataglobal, greifen diese Ansätze jedoch zu kurz, weil sie sich nur mit den Symptomen beschäftigen: »Die Antwort auf das Volumenwachstum kann nicht einfach nur ein ›Weiter-so‹ sein. Das Problem liegt darin, dass in den meisten Fällen Informationen über einen Leisten geschert und nicht differenziert betrachtet werden können. Wer Informationen automatisiert klassifiziert und damit in wichtig und unwichtig, aufbewahrungspflichtig und löschbar, sicherheitsrelevant oder öffentlich unterscheiden kann, hat kein Storage-Problem.« Daher sei die automatisierte, unternehmensweite Klassifizierung von Daten auch einer der zwingenden Trends für die folgenden Jahre. »Nur dann kommen wir mit den Infrastrukturtrends wirklich weiter«, so Munz.

»In den meisten Fällen werden Informationen über einen Leisten geschert«, Wolfgang Munz, Geschäftsführer dataglobal.

Die Virtualisierung hat sich wie durch das Schneeballprinzip ausgeweitet. Dies führte zu Insellösungen in der Infrastruktur. Die IT musste über alle Plattformen hinweg Standardisierungsprozesse vornehmen. »Im Jahr 2012 gehören Sicherheitskonzepte, Storage Management und Backup-Lösungen, die sich sowohl auf physische als auch auf virtuelle Umgebungen anwenden lassen, zum Standard in der IT-Landschaft«, weiß Symantec-Chef Eisner. Der Schutz virtueller Maschinen, bei dem Backup, Deduplizierung, Snapshot-Management und Appliances schon integriert sind, kennzeichnet den Wandel. »Allerdings ist eine stärkere Zentralisierung notwendig«, so Eisner, »denn der Wildwuchs an Backup-Lösungen erschwert Virtualisierungsprozesse und einen Wechsel in die Cloud maßgeblich.«
Da es für Unternehmen mehr denn je von Bedeutung ist, ihr »digitales Datengold« zu schützen, wollen Firmen verstärkt auf Information Governance-Strategien zurückgreifen, sagen die Analysten von Gartner. Durch den Einsatz gebündelter Schutzmechanismen, wie durchdachte Archivierungskonzepte, E-Discovery, Verschlüsselung und Data Loss Prevention können Unternehmen sich gegen unbefugten Zugriff wappnen und vorhandene Ressourcen voll ausschöpfen. Als einen weiteren Trend erwartet deshalb Wolfgang Munz von dataglobal einen Paradigmenwechsel beim Thema Compliance. Betriebe erfahren nun, dass Zugewinne an Transparenz und Ordnung reale Effizienz- und damit letztlich Wettbewerbsvorteile darstellen. »Compliance wird mehr und mehr nicht nur zähneknirschend als lästige Vorgabe empfunden wird, sondern als echte Chance«, so Munz.

IT-Budgets: Krise & Innovationen
Das Vorab-Ergebnis der jährlichen Capgemini-Studie über die IT-Trends 2012 lässt CIOs letztlich guten Mutes die kommenden Herausforderungen anpacken. Für 2012 rechnen die IT-Abteilungen im deutschsprachigen Raum überwiegend mit steigenden Budgets (38%), während 33% der CIOs gleich bleibende Ausgaben budgetiert haben. Die Auswirkungen der Krise schlagen sich nach Meinung der CIOs erst 2013 mit Kürzungen und Stagnation in den Budgets nieder – wenn überhaupt.

»Kürzungen im IT-Bereich haben rasch negative Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation«, Bernd Bugelnig, Vice President Capgemini Österreich.

Verglichen mit Deutschland und der Schweiz ist die Budget-Situation in Österreich verhalten positiv: »Trotz der beschlossenen Schuldenbremse verfügen doch noch rund 71% der CIOs über ungekürzte oder steigende IT-Budgets. Das kann auch als Zeichen dafür interpretiert werden, dass weitere Kürzungen im IT-Bereich rasch negative Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation dieser Unternehmen haben würden«, erklärt Bernd Bugelnig, Vice President bei Capgemini in Österreich.
Für die Entwicklung von Innovationen werden in allen drei Ländern im Durchschnitt knapp 22% des Budgets aufgewendet, von denen zirka ein Drittel in die Evaluierung neuer Technologien und knapp zwei Drittel in Umsetzungsprojekte inklusive Beschaffung, Entwicklung und Implementierung gesteckt werden.
Der größte Anteil des Budgets fließt in die Erhaltung der IT-Landschaft: 71% werden für die Aktualisierung von Infrastruktur-Komponenten sowie kleinere und größere Updates und Harmonisierungen ausgegeben. »Die Aufwendungen für den Erhalt der IT-Landschaft sind niedriger als erwartet. Das bedeutet, dass viele CIOs ihre IT in den letzten Jahren schlanker und effizienter aufgestellt und sich dadurch Freiraum geschaffen haben, um neben dem täglichen Betrieb IT-Innovationen auf den Weg zu bringen«, kommentiert Bugelnig.

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