Virtual Desktop

Arbeitsplatz im Schüttel-Modus

Die Arbeitswelt verändert sich ganzheitlich. Kommunikation in Echtzeit macht es nicht nur möglich, Aufwände wie Reise- und Telefonkosten zu senken, sondern erhöht auch die Qualität der Zusammenarbeit und Kommunikation. Darüber hinaus sorgt die richtige und sichere Einbindung von mobilen Endgeräten dafür, dass die neu gewonnene Flexibilität von den Mitarbeitern effektiv genutzt werden kann.

Im Zuge von multimedialen Meetings nimmt die Desktop-Virtualisierung eine zentrale Rolle ein: Sie sorgt dafür, dass es künftig ohne großen Aufwand möglich ist, zu jeder Zeit, auch während einer aktiven Videokonferenz, von einem Endgerät zum anderen zu wechseln. Via Schüttel-Client kann ein laufendes Meeting von einem Device auf das andere »geschüttelt« und dort ohne Unterbrechung weitergeführt werden. Dadurch wird die Flexibilität der Mitarbeiter enorm erhöht. Weiters stellt das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten oder Präsentationen – dank einheitlicher Benutzeroberfläche auf allen Geräten – kein Problem mehr dar.

Um den künftigen Arbeitsplatzanforderungen gerecht zu werden, ist es für Unternehmen jedoch wichtig, ihre IKT-Infrastruktur ganzheitlich zu betrachten und sich mit den individuellen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Eine umfassende Berücksichtigung von Security-Maßnahmen bei der Planung und Umsetzung des Arbeitsplatzes der Zukunft garantiert zudem, dass die Unternehmensdaten auch bei Zugriff auf das Netzwerk von extern mit mobilen Endgeräten geschützt sind.

»Unternehmen möchten nicht auf morgen warten, sondern schon jetzt einen Wettbewerbsvorsprung gewinnen«, Martin Resel, Marketing Director NextiraOne Austria.

Im Falle der Infrastruktur für den Arbeitsplatz der Zukunft lautet das Schlüsselwort jedenfalls Virtualisierung, indem alle Datenströme im Data Center gebündelt werden. Diese virtualisierte Schnittstelle und Speicherplattform für alle Daten bildet – richtig geplant und umgesetzt – das leistungsfähige und ausfallsichere Herzstück des neuen Arbeitsplatzes. Ein weiterer Vorteil: durch den ganzheitlichen Virtualisierungsansatz wird der physische Platzbedarf für Server verringert und der »Kabelsalat« in Serverräumen gehört der Vergangenheit an.

»Viele Unternehmen haben die Vorteile des Arbeitsplatzes der Zukunft bereits erkannt«, erklärt Martin Resel, Marketing Director NextiraOne Austria. »Es ist klar ersichtlich, die Unternehmen möchten nicht auf morgen warten, sondern mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten schon jetzt einen Wettbewerbsvorsprung gewinnen.«

Flexible Modelle. Dass in den Unternehmen endgeräteunabhängige Arbeitsplätze zwar immer notwendiger werden, aber die Verantwortlichen mehrheitlich dennoch noch keine genauen Vorstellungen haben, wie sie diesen Anforderungen gerecht werden sollen, ergab eine Vergleichserhebung des Beratungshauses Centracon AG zwischen dem aktuellen Status und der Situation von vor sechs Jahren.

»Die neuen Desktop-Strategien müssen den gestiegenen Ansprüchen an eine mobile Nutzung gerecht werden«, Robert Gerhards, Geschäftsführer von Centracon.

Danach sehen gegenwärtig sieben von zehn der Befragten einen deutlich wachsenden Bedarf an flexiblen Arbeitsplätzen, um beispielsweise eine höhere Mobilität der Mitarbeiter zu schaffen oder ihre Organisationsbedingungen zu vereinfachen. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber den 59% in 2006. Ein weiteres Fünftel erwartet in dieser Hinsicht eine moderate Entwicklung. Dagegen erkennt nur ein geringer Anteil von 8% keine oder lediglich geringe Erfordernisse, die klassischen Arbeitsplatzkonzepte zu verändern.

Trotz der deutlichen Tendenz, flexiblere Arbeitsplatzmodelle zu entwickeln, scheint vielen der Weg dorthin noch unklar. Erst 43% der Unternehmen sind mögliche Lösungsansätze im Detail bekannt. Alle anderen haben dazu entweder nur allgemeine Kenntnisse (39%) oder fühlen sich noch völlig unzureichend darüber informiert. Dabei hat die Realisierung mobiler und geräteunabhängiger Arbeitsplätze für drei Viertel der Unternehmen eine hohe bis mittlere Priorität. 37% davon sehen sogar eine dringende Notwendigkeit, entsprechende Konzepte umzusetzen.

»Die IT-gestützten Arbeitsplätze der Zukunft weisen zweifellos vielfältige Anforderungen auf, denen die klassischen Desktops nicht mehr gewachsen sind«, urteilt Centracon-Geschäftsführer Robert Gerhards. »Aber trotzdem darf ein vornehmlich technologischer Blick nicht zum Kern der konzeptionellen Gestaltung werden«, warnt er und nennt als Beispiel den Hype um Tablet-PCs: »Selbstverständlich müssen die neuen Desktop-Strategien den gestiegenen Ansprüchen an eine mobile Nutzung gerecht werden. Aber der bloße Einsatz von Tablet-PCs, um gewisse mobile Anforderungen zu realisieren, macht allein noch längst kein zukunftsfähiges Konzept aus«, verweist er auf zu eng fokussierte Ansätze.

Aus seiner Sicht muss das Thema sowohl aus Gründen des Business-Nutzens als auch mit Blick auf die Investitionssicherheit deutlich breiter gedacht werden, indem die Gesamtheit der für moderne Desktop-Architekturen relevanten Verfahren und Technologien einbezogen wird.

»Alternativen zu herkömmlichen Desktops gewinnen stark an Bedeutung«, Jeff McNaught, Chief Marketing & Strategy Officer Wyse.

Dazu zählt er einerseits die Virtualisierung und Zentralisierung sowie die Prozessautomation und Liberalisierung der Endgeräte. Andererseits gehören für ihn die flexible Bereitstellung hochqualitativer Dienste im Self-Service und die standort- und geräteunabhängige Nutzung der Clients dazu. »Früher musste für die Eingliederung von Standorten bzw. Filialen oder Call Centers zunächst die technische Infrastruktur geschaffen werden, während mit dem entsprechenden Konzept die technischen Voraussetzungen heute quasi minutenschnell hergestellt werden kann«, verweist Gerhards auf die für das Business ganz neuen Nutzenoptionen.

Aber genau die Breite der Gestaltungskomponenten wird nach Einschätzung des Centracon-Geschäftsführers häufig nur als ein Set relativ unabhängiger Themen verstanden. »Dies führt in den Unternehmen häufig zu dem Effekt, dass man sich auf den Einsatz bestimmter und trendorientierter Technologien zurückzieht«, problematisiert er. Als Folge würden detailorientierte Lösungen implementiert, die zwangsläufig auch nur in Einzelaspekten Verbesserungen erzeugen, aber die eigentliche Desktop-Architektur nicht auf den veränderten Bedarf der Business-Organisation zuschneiden.

Im Bereich Virtualisierung geht es heute nach wie vor primär um Server- und Storage-Systeme, weit weniger um die Aspekte Desktop- oder Applikationsvirtualisierung. »Generell ist aber eine sukzessiv steigende Nachfrage nach Desktop-Virtualisierungslösungen zu registrieren«, findet Brian Cornell, Regional Director Central Europe bei Red Hat. »Hauptgründe für die Einführung virtualisierter Desktops sind eine angestrebte weitgehende Standardisierung aller eingesetzten Systeme und damit eine mittel- und langfristige Kostensenkung.«

Gehört also der Desktop-Virtualisierung als konsequenter Fortführung von Server- und Storage-Virtualisierung wirklich die Zukunft? Hier sollte man das Thema etwas differenzierter betrachten, rät Cornell: »Zentrale Trends sind in unseren Augen die Verlagerung von Anwendungen in die Cloud und die verstärkte Nutzung von Browser-Applikationen. Die Provisionierung von Anwendungen und der Zugriff der Benutzer auf diese Anwendungen werden verstärkt über SaaS-Dienste erfolgen. Die Frage nach einer Desktop-Virtualisierung stellt sich dann nicht mehr.«

Ähnlich sehe die Situation im Bereich des Mobile Computing aus. Hier seien Virtualisierungslösungen eher selten zu finden, da sie technisch sehr aufwändig zu realisieren sind. Zudem würden diejenigen, die häufig von unterwegs arbeiten, weiterhin auf lokale Datenhaltung setzen – schon allein, um etwaigen Verbindungs- oder Bandbreitenproblemen aus dem Weg zu gehen. Darüber hinaus werde es aber auch im Bereich mobiler Clients in der Zukunft weniger um Virtualisierung gehen, als vielmehr um die Bereitstellung Web-basierter Applikationen oder von Private- und Public-Cloud-Services, so der Red Hat-Manager.

Zielführende Konzepte. Für die Thin Client-Spezialisten von Wyse Technology (nunmehr Dell Wyse) liegen die Trends des Jahres auf der Hand, so Hagen Dommershausen, Marketingleiter Zentral- und Osteuropa: »Desktop-Virtualisierung und Mobilität bringen neue Ansätze und Möglichkeiten für dienstleistungsorientierte Angebote, vor allem in den Bereichen IT-Infrastrukturanalyse, IT-Management und IT-Sicherheit. Technologiekonzepte müssen so aufgebaut sein, dass sie zielführend sind und konkrete Nutzerbedarfe sowie Unternehmensziele berücksichtigen – mit dem Desktop als integralem Bestandteil der Infrastruktur. Im Ergebnis sind so Virtualisierungsraten von 80 bis 90 Prozent auf Anwenderebene möglich.«

Jeff McNaught, Chief Marketing und Strategy Officer bei Wyse, unterstreicht die dramatischen Veränderungen auf dem Markt: »Ein wesentlicher Faktor ist sicher die Virtualisierung, die zu einem allgemeinen Wandel in der IT-Branche geführt hat und immer noch führt. Alternativen zu herkömmlichen Desktops gewinnen stark an Bedeutung und beleben den Markt dank neuer Technologien von Citrix, Microsoft und VMware. Cloud Client Computing treibt dies noch einen Schritt weiter, indem die Geräte ausschließlich als Informations-Appliances fungieren. Wyse bietet dazu unterschiedliche Produktreihen an, darunter Cloud Clients, Zero und Thin Clients und Thin Client Notebooks.«

Dabei ist Wyse längst kein reiner Hardware-Anbieter mehr. Neben der ureigenen Geräte-Firmware ThinOS und Virtualisierungssoftware-Anwendungen sind im Bereich »Mobile« speziell die Pocket-Cloud-Apps für iOS und Android hinzugekommen. Sie erlauben den Zugriff auf virtuelle und physische Desktops und die dazugehörigen Daten von jedem Smartphone oder Tablet zu jeder Zeit.

Zudem verstärkte sich Wyse noch durch den Zukauf von Trellia Ende 2010 im Bereich Enterprise Mobility Management ganz wesentlich – womit nun nahezu jedes Endgerät über eine einheitliche Management-Konsole konfigurierbar und administrierbar ist. Was nicht zuletzt auch ein Grund war, warum Dell für die Firma 1,2 Milliarden Dollar auf den Tisch legte. Nun hat Wyse auf jeden Fall über Jahre hinweg ausreichend Marktpotenzial, um die erwarteten Veränderungen des Arbeitsplatzes auch tatsächlich umsetzen zu können.

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