Accenture-Studie

Hürden auf dem Weg in die Digitalisierung

Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen geben wenig Anlass zu Optimismus: Die Arbeitslosigkeit steigt, das Wachstum schwächelt, die Produktivität droht zu stagnieren. Im internationalen Standort-Ranking des Schweizer IMD – Institute for Management Development – nimmt Österreich 2015 nur Rang 26 ein. Das entspricht einem Verlust von vier Plätzen gegenüber 2014.
Bereits zum fünften Mal in Folge hat Accenture den Wachstumskurs der Top 100-Unternehmen des Landes analysiert. Die schlechte Nachricht: Sie schrumpfen (weiter) und es fehlen die digitalen Strategien. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur der österreichischen Gesamtwirtschaft die Impulse fehlen, auch die heimischen Top 100 konnten 2013 und 2014 keinen Umsatzanstieg verzeichnen. Zum zweiten Mal in Folge sanken die Umsätze der größten österreichischen Unternehmen um 1,1 bzw. um 3,5%.

Österreich schwächelt, Deutschland zieht davon. Die Top 500-Unternehmen aus Deutschland (plus 2,1%) und der Schweiz (plus 1,7%) befinden sich hingegen auf Wachstumskurs. Auch bei der Profitabilität hinken die heimischen Top 100 der Konkurrenz aus den Nachbarländern hinterher. Während die Schweizer bei der Gewinnspanne mit 9,7% weit vorn liegen, folgen die österreichischen Top 100 (2,9%) den deutschen Top 500 (3,2%) mit knappem Abstand.

»Nur wenn wir digitale Technologien strategisch nutzen, kann Österreich als Wirtschafts- und Innovationsstandort konkurrenzfähig bleiben«, Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich.

»Nur wenn wir digitale Technologien strategisch nutzen, kann Österreich als Wirtschafts- und Innovationsstandort konkurrenzfähig bleiben«, Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich.

In der Studie »Digitalisierung entzaubern – wie Österreichs Top 100 digitale Blockaden lösen« hat Accenture die Besten der Besten – die Growth Champions – analysiert. So wurden 13 Wachstumssieger ausfindig gemacht, die deutlich schneller und profitabler wachsen als der Durchschnitt der Top 100. An der Spitze ragt ein Unternehmen heraus: Red Bull gehörte in bisher allen fünf Auswertungen zu den besonders erfolgreichen Konzernen. »Unternehmen wie Red Bull verfügen über eine hohe Innovationsfähigkeit und wissen, wie sie mit neuen Produkten und Dienstleistungen auch neue Kunden gewinnen können«, sagt Michael Zettel, designierter Country Managing Director von Accenture Österreich.

Accenture Digitalisierungsindex. Mithilfe des im vergangenen Jahr eingeführten Digitalisierungsindex haben die Experten von Accenture den Digitalisierungsgrad einzelner Branchen und Unternehmen untersucht. Hier erwies sich die Finanzwirtschaft als am stärksten digitalisiert, was insbesondere auf die Fortschritte in den Bereichen Vertrieb und Prozesse zurückzuführen ist. An zweiter Stelle stehen Logistik & Transportwesen. Zu den Nachzüglern zählt Österreichs Industrie. »Gerade hier ist die digitale Transformation von großer Bedeutung, sind doch viele Arbeitsplätze direkt und indirekt damit verbunden«, so Michael Zettel.Grafik4
Die meisten Unternehmen haben noch keinen Fahrplan zur umfassenden digitalen Transformation. Dieser Weg kann zur Sackgasse werden. »Bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle muss der Kunde stärker in den Mittelpunkt gerückt werden«, fordert Michael Zettel. Denn die größte Hürde bei der digitalen Transformation besteht darin, völlig neue Kundenerlebnisse zu gestalten. »Investitionen in die Digitalisierung werden nur dann zum Erfolg führen, wenn sie sowohl auf interne Prozesse als auch auf Kundenerlebnisse abzielen«, so Zettel.

Digitale Hürden rasch lösen. Accenture beschreibt in der vorliegenden Studie Blockaden, die es zu lösen gilt, damit die heimischen Top 100 zu digitalen Vorreitern und damit wieder zu wachstumsstarken Unternehmen werden. »Im Einzelhandel und in den Medien haben wir schon gesehen, dass einige Unternehmen durch geschickte Digitalisierungsstrategien beachtliche Wettbewerbsvorteile erzielen«, weiß Michael Zettel. Doch vielfach ist dafür etwas notwendig, was in der Accenture-Studie als eine der Blockaden der Digitalisierung beschrieben wird: Die Nutzung von Kundendaten. »Wenn wir den Kunden neu entdecken und ihm neue Erlebnisse bieten wollen, dann müssen wir ihn auch von seiner digitalen Seite aus kennenlernen«, so Zettel.
Grafik2Eine weitere Hürde ist laut Studie, dass Investitionen in Digitalisierung vor allem als Effizienzsteigerung gesehen werden. »Das ist zwar wichtig, aber es reicht nicht«, so Michael Zettel. Ausgeschöpft werden die Möglichkeiten der Digitalisierung nur, wenn auch die Möglichkeit eines besseren Angebots für den Kunden mit in Betracht gezogen wird. Die Digitalisierung ist heute der Treiber der Wirtschaft und betrifft alle Branchen. Die Top 100 brauchen sehr feine Radarsysteme, um möglichst frühzeitig die neuen Wettbewerber zu erkennen und neue Marktchancen auszuloten. »Nur wenn wir digitale Technologien strategisch nutzen, kann Österreich als Wirtschafts- und Innovationsstandort konkurrenzfähig bleiben«, so Zettel.
Die ausführlichen Studienergebnisse finden Sie unter:
www.accenture.at/wachstum

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