Hosting, Cloud & Hybrid-IT

Nächste Welle der Migration

Hybrid-IT-Strategien sind mittlerweile der Normalfall und werden weiterhin bevorzugt, so das Ergebnis der Studie »The Rise of Hybrid IT« von IDG Connect im Auftrag von Interxion, Anbieter von Rechenzentrumsdienstleistungen für Colocation. IDG Connect befragte 625 IT-Entscheider in mittleren und großen europäischen Unternehmen zu ihrer aktuellen IT-Umgebung sowie ihren mittel- bis langfristigen Infrastrukturplänen.

Hybride Strukturen sind Lösungen, die Daten aus verschiedenen Quellen wie On-Premise-Rechenzentren sowie ausgelagerten Public und Private Clouds verarbeiten. 45% der europäischen Unternehmen nutzen bereits hybride IT – in Österreich sind es derzeit 35%. Rotweißrot befindet sich damit im Vergleich zum europäischen Durchschnitt noch in der Anfangsphase. Im kommenden Jahr wird aber ein Anstieg der Nutzung hybrider IT-Lösungen auf 63% prognostiziert. Die Hälfte der europäischen und 46% der österreichischen Unternehmen verwenden bereits Private-Cloud-Umgebungen.
Public Cloud-Services haben sich europaweit mit 38%, in Österreich mit 22% durchgesetzt. 51% der Studienteilnehmer in Europa erwarten, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre mehr Workloads in die Public Cloud verschieben. Dennoch bleiben eigene Rechenzentren für 54% weiterhin eine sehr wichtige Komponente bei geschäftskritischen, sensiblen Daten, unabhängig davon, ob diese intern oder von einem Service-Provider verwaltet werden.

Treiber & Bremser. Die Studie zeigt auch, dass eine hohe Konnektivität zwischen den verschiedenen Quellen ein Treiber für die weitere Migration der Daten in die Cloud ist. Die wichtigsten Hürden für die Cloud-Nutzung bilden Zweifel bei Sicherheit (53%) und Netzwerk-Performance (47%). In Österreich besitzen 65% der Befragten Sicherheitsbedenken gegenüber dem Cloud-Modell, 59% der Befragten halten die Umsetzung von Datenschutz- und Corporate Governance-Regeln in der Cloud für schwierig. An dritter Stelle nannten 48% strenge Unternehmensrichtlinien als Grund, die Daten im eigenen Datenzentrum zu belassen. Gäbe es keine Netzwerkprobleme würden jedoch 52% der befragten Unternehmen in Österreich Workloads in die Cloud verlagern.

»Die nächste Welle der Cloud-Migration steht unmittelbar bevor«, Martin Madlo, Geschäftsführer von Interxion Österreich.

»Die nächste Welle der Cloud-Migration steht unmittelbar bevor«, Martin Madlo, Geschäftsführer von Interxion Österreich.

In diesem Fall würden sich die Daten in der Cloud von heute 24 auf 42% erhöhen. Bereits jetzt möchten 41% der Studienteilnehmer das Internet für Unternehmenslösungen umgehen und sich über eine WAN-Verbindung oder Direktverbindungslösung (Direct Connect) mit der Cloud vernetzen. In Österreich liegt hier die Rate mit 52% über dem europäischen Durchschnitt, was zeigt, dass heimische Unternehmen direkte Verbindungen zur Cloud stark präferieren.

»Wie die Untersuchung beweist, steht die nächste Welle der Cloud-Migration unmittelbar bevor«, sagt Martin Madlo, Geschäftsführer von Interxion Österreich. »Die steigende Zahl der Unternehmen, die Direct Connect Services einsetzen, wird die Cloud-Nutzung weiter vorantreiben.«

Markt im Umbruch. Schon Ende des Vorjahres ließ Interxion mit einer anderen Untersuchung über die Nutzung von Cloud Computing aufhorchen. Im Rahmen des »2014 European Hosting and Cloud Survey« wurden über 400 Führungskräfte und IT-Entscheider aus der Hosting- und Cloud-Branche befragt. Die Ergebnisse zeigten einen Markt im Umbruch: Zahlreiche Unternehmen stellen auf die Cloud um und beziehen vor allem Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Gleichzeitig schwindet die Nachfrage nach traditionellen Hosting Services.

Noch 2013 lag traditionelles Hosting (einschließlich Managed, Dedicated und Web Hosting) vor den Cloud Services. Mittlerweile haben Cloud Services die Hosting-Dienste überholt. 43% der Befragten registrieren jetzt eine starke Nachfrage nach IaaS, im Jahr davor waren es 36%. Lediglich 23% der Umfrageteilnehmer schätzen die Nachfrage nach Hosting-Angeboten höher ein (Österreich 16%). In der letztjährigen Studie war dies noch mehr als jeder Zweite (56%).

Die Umfrage zeigt auch, dass sich der Wettbewerb zwischen weltweiten Cloud-Plattformen und regionalen sowie lokalen europäischen Anbietern verschärft. Im vergangenen Jahr haben lediglich 13% der Befragten internationale Cloud Provider als Konkurrenz betrachtet, mittlerweile sind es 37%. Wobei diese Zahl mit 30% in Österreich geringer ist. Hierzulande werden auch Systemintegratoren und Telcos als Mitbewerber gesehen.

Lokal versus international. Je mehr internationale Provider ihre Plattformen in Europa anbieten, desto stärker müssten sich jedoch lokale Anbieter von ihnen differenzieren. Die Mehrheit der Befragten (86%) hält Kundenservice für das wichtigste Differenzierungsmerkmal; in Österreich ist es mit 90% noch wichtiger. »Angesichts des schärferen Wettbewerbs haben sowohl lokale Provider als auch multinationale Plattformen ihre Berechtigung im Cloud-Markt«, erklärt Jelle Frank van der Zwet, Director, Business Development & Marketing bei Interxion. »Um sich gegenüber weltweiten Anbietern zu behaupten, konzentrieren sich lokale Provider stärker auf ihren Kundenservice und ein breit gefächertes Angebot. Dadurch werden sie langfristig erfolgreich sein.«

Weitere Studienergebnisse ergaben, dass:
• Cloud Computing zunehmend Einfluss auf den Umsatz nimmt. Während 12% der Befragten schätzen, dass sie im vergangenen Jahr 60% oder mehr Umsatz mit IaaS generiert haben, erwarten dies 24% für 2016. Österreich liegt hier hinter der europäischen Entwicklung; mit Zahlen von 6% für 2013 und 10% für 2016.
• Service-Provider in Europa ihre IT-Infrastruktur bevorzugt selbst besitzen und betreiben. Die Mehrheit der Befragten (76%) verwaltet ihre Computing-Hardware (Server, Router, Switches) in einem eigenen oder dem Rechenzentrum eines Drittanbieters; in Österreich ist es mit 69% eine vergleichbare Anzahl.
• mehr als ein Drittel der Service-Provider in Europa (35%) ein eigenes Rechenzentrum gebaut hat (in Österreich 47%) und es als primären Standort nutzt. Weitere 38% (Ö: 23%) arbeiten mit einem Drittanbieter zusammen. Die verbleibenden 27% (Ö: 31%) setzen auf eine Cloud-Infrastruktur.

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