Österreich Werbung

Initialzündung im Design

Das Konzept des »Information Design «, das sich mit der sinnvollen Visualisierung von Reporting und Dashboards befasst, findet weithin Anerkennung. Dennoch hakt es in den Unternehmen oft an der praktischen Umsetzung. Dr. Rolf Hichert, Experte für Information Design im deutschsprachigen Raum, sieht die Ursachen dafür in einem fehlenden überzeugenden und leicht verständlichen Gestaltungskonzept sowie mangelnder Software-Unterstützung. Ein Paradebeispiel dafür, wie diese Probleme überwunden werden können und wie eine schlichte, einheitliche Gestaltung die Vermittlung von Geschäftsinformationen begünstigen kann, ist Österreich Werbung.

Ein zentrales Strategieprojekt, in das sämtliche Abteilungen eingebunden waren, bildete den Ausgangspunkt für die nationale Tourismusorganisation, sich eingehend mit dem Thema Information Design zu befassen. Für eine »Strategy Map« hatten zuvor verschiedene Unternehmensbereiche unterschiedlichste Kennzahlen und Diagramme abgeliefert. Deren heterogene Gestaltung machte das Erfordernis nach einer unternehmensweiten Standardisierung offenkundig.

Österreich Werbung hat das Thema Information Design als nützliche Methodik erkannt, um einerseits die Verständlichkeit ihrer Diagramme und Berichte zu erhöhen und zu vereinheitlichen und andererseits auch, um daraus klare Entscheidungen ableiten zu können. So in etwa lässt sich die Intention für das daraus resultierende Projekt zusammenfassen. Für das Unternehmen bedeutete das eine Vereinfachung und Reduktion auf das Wesentliche. Dahinter steckt eine einleuchtende Überzeugung: Je eindeutiger und aussagekräftiger ein Chart ausfällt, desto leichter ist es, Entscheidungen zu treffen. Wenn man erst einmal 80 Prozent seiner Zeit damit verbringen muss, um zu verstehen, was gemeint ist, bleibt wenig, um entsprechende Maßnahmen abzuleiten.

Frage der Visualisierung. Eben diesen Trend wollte man bei der Österreich Werbung durch Anwendung der Hichertschen Richtlinien umkehren. Als es um die Frage der Umsetzung ging, stießen die Verantwortlichen schnell auf die pmOne AG als Experten in Fragen der Visualisierung im Berichtswesen. Schließlich wurde das von ihr entwickelte Excel Add-in »One-Board« bei den Berichterstellern verschiedener Abteilungen der Österreich Werbung installiert und kommt seither bei der Anfertigung von Präsentationen, Berichten und Statistiken zum Einsatz. Mit diesem Werkzeug sind die Mitarbeiter in der Lage, die gewohnte (Excel-) Umgebung mit den Vorteilen des Information Design zu verbinden. Sie werden darin unterstützt, nicht mehr Zeit als nötig in die Erstellung von Diagrammen zu investieren und sich ihren eigentlichen Aufgaben zu widmen.
Objektiv betrachtet handelt es sich zwar um ein eher kleines Projekt, das aber dennoch wegweisend war, weil das Unternehmen als Einheit gestärkt worden ist. Durch den pragmatischen und anwenderfreundlichen Ansatz hatten sich schnell erste Ergebnisse abgezeichnet. Bereits in einem sehr frühen Stadium wurde offenkundig, dass die anvisierte Vereinheitlichung gelungen war und über die verschiedenen Abteilungen hinweg ein schnell erfassbarer Standard für Geschäftsinformationen etabliert werden konnte.

Bei aller Euphorie – Information Design ist kein Allheilmittel. »Ein Projekt wird nicht erfolgreich, nur weil man Information Design-Maßstäbe anlegt, aber es ist auf jeden Fall ein unterstützendes Element«, konstatiert Projektleiter Andreas Schmidt-Pöstion von pmOne. Dennoch habe es »eine Art Initialzündung« bei der Österreich Werbung gegeben. Dort sieht man sich mit Information Design gut gerüstet, damit in den Projekten künftig die zu transportierenden Informationen in den Fokus rücken sowie leicht aufgenommen und erfasst werden können.

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