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Point-to-Point Tunneling People

In der IT kennt man PPTP, das Point-to- Point Tunneling Protocol, als eine Möglichkeit, dessen »T«-loses Pendant durch ein IP-Netzwerk zu schleusen. Damit lassen sich Virtual Private Networks aufbauen und in weiterer Folge z.B. Geschäftsstellen miteinander vernetzen und Außendienstmitarbeiter in das Firmennetz einbinden – praktisch, funktional, gut.

Bedenklich wird das Ganze mit der Ausbreitung des PPTP-Ansatzes auf den Alltag. Immer häufiger trifft man auf Exemplare der Spezies »Point-to-Point Tunneling People«. Jenen Menschen, die den Gedanken des sich-von-A-nach-Beinen- Technikkorridor-bauen bis zur Perfektion verinnerlicht haben.

Ihren Anfang nahm diese Gattung wohl irgendwo zwischen dem Aufkommen der ersten Handys und den heute auf einem vergleichsweisen Tiefstand angelangten Gesprächsgebühren. Raus aus dem Büro, Telefon gezückt und mit dem/der Liebsten, Freunden oder Kollegen bis zur Haustür durchgeplaudert – kein Wunder, dass man sich dort angekommen dann nur mehr wenig Neues zu berichten hat. In Wahrheit existierte das »Mobile Cocooning«, sich möglichst ohne Kontakt zur Außenwelt von einem Ort zu einem anderen zu bewegen, schon vorher. Man erinnere sich: Im Jahr 1972 kam ein Elektronikhersteller namens Sony mit dem ersten tragbaren Kassettenabspielgerät auf den Markt. Unter Jugendlichen unverzichtbares Statussymbol, blieb dem Walkman die Salonfähigkeit des iPod jedoch verwehrt.

Und mit der »totalen mobilen Surfexperience« können User unterwegs nun gar den Rückzug in die schützenden Sphären des Web antreten – Online-Gaming an Bushaltestellen inklusive. Soziale Kontakte, sprich: private Netzwerke, werden damit in Zukunft wohl tatsächlich vorwiegend eins sein: virtuell.

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