IT-Management & Effizienz

Komplexität im Überblick

Der Kostendruck in der IT wächst. Die Rechenzentren sind gefordert mehr Leistung mit weniger Kosten zu erbringen. Dies gilt mehr denn je. Doch wo entstehen die Kosten und worin liegen die Einsparpotenziale? Mehrere unabhängige Untersuchungen kommen dabei immer wieder zu dem gleichen Ergebnis: Den Großteil der IT-Kosten verursacht der laufende Betrieb. Je nach Unternehmen und Effizienz schwankt dieser Wert zwischen 60 und 80 Prozent. Die wichtigsten Blöcke dabei sind die Hardware, die Lizenzen sowie der Aufwand für Verwaltung und Energie samt Kühlung. Um diese Kosten zu senken, sollte also gerade an diesen Bereichen angesetzt werden. Das Mittel der Wahl, um die Server-Anzahl und den Bedarf für Energie und Kühlung zu senken, ist die Virtualisierung.

Heutige Server-Systeme sind in der Lage 20 und mehr virtuelle Maschinen parallel auszuführen. Wenn bis zu 20 Server zu einem einzigen verschmolzen werden, so senkt das nicht nur die Server-Anzahl, sondern gleichzeitig reduziert sich damit auch der Platzbedarf im Rack. Durch die virtuellen Techniken wird aus einem voll bestückten Server-Rack dann ein einziges Gerät. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf den Energiebedarf und die Kühlung.

Integrierte Verwaltung. Trotz aller Vorzüge der Virtualisierung gibt es einen Wermutstropfen. Die Verwaltung der Systeme erschwert sich. Zum einen werden die verbleibenden Server zu einem Single-point-of-failure. Fällt einer der Hosts aus, so zieht er unweigerlich alle seine virtuellen Gäste in den Abgrund. Daher müssen die Vorkehrungen zur Überwachung und Ausfallsicherheit erhöht werden.

Aber auch wenn keine Ausfälle zu verzeichnen sind, führt die Verquickung mehrerer Server in einen zu einer höheren Komplexität. Die vorher klare Zuordnung eines Servers zu einem Applikationsdienste wird nun aufgehoben. Wenn auf einem physischen Gerät mehrere virtuelle Server mit z.B. Microsoft Exchange, einer ERP-Anwendung und einer Datenbank parallel laufen, wer verwaltet dann den Host? Ist es der Mail-Administrator, der Datenbank-Administrator oder der Betreuer der ERP-Anwendung? Gleiches gilt für die virtuellen Gäste. Sie sind nun voneinander abhängig. Ihre Wechselwirkungen erhöhen sich.

Physische und virtuelle Systeme. Um die Anforderungen der steigenden Komplexität bei der Verwaltung zu kompensieren, bündelt beispielsweise HP seine Verwaltungstools für Server und Dienste in einer zentralen Suite: dem Insight Control Environment. Zum Umfang dieser Suite gehört unter anderem »Integrated Lights-Out« (iLO), eine Software zur Fernwartung der Systeme, die nunmehr in der Version 3 vorliegt. Es ermöglicht eine einheitliche und integrierte Lösung zur Steuerung von physischen und virtuellen Servern. Dadurch entfallen getrennte Administrationsverfahren und Tools für die Hosts und die virtuellen Gäste.

Zur Optimierung der Verwaltung von virtuellen Szenarien hat HP außerdem die iLO-3-Remote-Konsole beschleunigt. Sie ist nun achtmal schneller als die Vorgängerversion. Unterstützend dabei sind Hilfen für eine vereinfachte Server-Einrichtung, Energie- und Temperaturoptimierung sowie eine integrierte Systemüberwachung zur Senkung des Verwaltungsaufwands. Dateien und Konfigurationen lassen sich in virtuellen Ordnern und auf virtuellen Medien dem Server lokal bereitstellen und beschleunigen den Remote-Zugriff und die Software-Installation.

Virtual Control. Juniper Networks stellte Mitte Mai neue Software und Services vor, die die automatische Bereitstellung, Verwaltung und Unterstützung von Netzwerken in Unternehmen und Rechenzentren erheblich verbessern. Mit den Software-Anwendungen sollen Unternehmen jeder Größe die Betriebskosten für das Rechenzentrum deutlich senken können und dank verbesserter Servicebereitstellung, Zuverlässigkeit und Sicherheit den Benutzerkomfort erhöhen.

Die vier neuen Anwendungen basieren auf der Junos Space-Plattform, die Juniper im Oktober 2009 als offene Entwicklungs- und als Bereitstellungsplattform für Netzwerkanwendungen einführte. Mit »Junos Space« können Kunden sowie Drittanbieter individuelle Anwendungen entwickeln, mit denen Netzwerkabläufe vereinfacht, der Support automatisiert und die Servicebereitstellung beschleunigt werden.

»Transparenz sowie Reduzierung von Gesamtbetriebskosten sind entscheidend «, Manoj Leelanivas, General Manager für Junos Ready-Software bei Juniper.

»Transparenz sowie Reduzierung von Gesamtbetriebskosten sind entscheidend «, Manoj Leelanivas, General Manager für Junos Ready-Software bei Juniper.

»Rechenzentren sind essentielle Bestandteile von Unternehmens- und Dienstanbieternetzwerken. Transparenz für Benutzer sowie die Reduzierung von Gesamtbetriebs- und Wartungskosten sind entscheidend, um auf dem Markt zu bestehen«, erläutert Manoj Leelanivas, General Manager für die Junos Ready-Software bei Juniper. »Unsere neuen automatischen Software- und Serviceprodukte sorgen für einfache Abläufe, einen effizienteren Betrieb, eine verbesserte Verwaltungskontrolle und damit für ein optimiertes Netzwerk.«

Um »Virtual Control« zu ermöglichen, kooperiert Juniper mit VMware. In einem nahtlosen Zusammenspiel von physischen und virtuellen Netzwerkelementen werden die Vorteile der offenen APIs von VMware genutzt. Dank der Zusammenarbeit mit VMware vSphere lässt sich die Bereitstellung von virtualisierten Servern beschleunigen und damit eine höhere Geschäftsagilität erzielen. Bisher fehlte eine vergleichbare Lösung zur Synchronisation von physischen und virtuellen Netzwerken.

CA s Cloud-Management. Im Rahmen der jüngsten Kunden- und Anwenderkonferenz CA World 2010 hat auch CA Technologies seine ambitionierte Cloud-Strategie vorgestellt. CAs Vision für ein effizientes Cloud Computing Management zielt auf die Beschaffungskette. Die IT Supply Chain setzt sicher immer mehr aus dynamisch kombinierten externen und internen Ressourcen zusammen, mit denen IT-Abteilungen für Unternehmensanwender und deren Endkunden Applikationen und Services bereitstellen. Durch die standardisierte Verwaltung und Sicherung der Ressourcen, ist die Betriebs-IT in der Lage, sich an die wandelnden Anforderungen des Unternehmens anzupassen, Kosten zu senken und einen Mehrwert aus den Technologie-Budgets zu ziehen.

»Um die Nachfrage des Unternehmensmanagements zu befriedigen, war die IT früher fast ausschließlich auf die eigene Infrastruktur und die internen Ressourcen angewiesen«, sagte Chris O’Malley, Executive Vice President des Geschäftsbereichs Cloud Products & Solutions bei CA Technologies. »Heute akzeptieren jedoch immer mehr Unternehmen das Cloud Computing. Dabei schließen sie sich mit jenen externen Anbietern zusammen, die ihnen am besten dabei helfen, die dynamischen Anforderungen zu erfüllen. Das heißt, die Fähigkeit der Unternehmen, Wettbewerbsvorteile aus der Cloud-Technologie zu ziehen, hängt eng mit der Fähigkeit zusammen, die IT-Beschaffungskette kontinuierlich zu optimieren.«

»Wettbewerbsvorteile aus der Cloud-Technologie zu ziehen, verlangt eine kontinuierliche Optimierung der IT-Beschaffungskette«, Chris O’Malley, CA Technologies.

»Wettbewerbsvorteile aus der Cloud-Technologie zu ziehen, verlangt eine kontinuierliche Optimierung der IT-Beschaffungskette«, Chris O’Malley, CA Technologies.

CA sieht außerdem vor, auf einem Cloud-basierten Modell weitere seiner Produkte als »IT Management Solutions-as-a-Service« bereit zu stellen. Damit können IT-Organisationen von denselben Vorteilen profitieren, die die Cloud heute schon vielen Unternehmen bietet – wie geringere Kosten, erhöhte Flexibilität und schneller Nutzen. Weiters hat CA ein On-Demand-Self-Service-Portal entwickelt, das ab Sommer verfügbar sein soll. Dieses Portal stellt die IT-Management-Lösungen von CA für Kunden über eine nutzerfreundliche, moderne Schnittstelle als SaaS-Module zur Verfügung.

Effizientes IT-Management. Erfolgreiche Virtualisierungsprojekte und alternative Bereitstellungsmodelle bedingen jedoch eine Standardisierung der IT-Infrastruktur sowie ein einheitliches Management-Konzept. Denn die Verwaltung von Systemlandschaften aus virtuellen und physikalischen IT-Assets ist komplex. Die Bereitstellungsformen von physikalischer Softwareverteilung über Applikationsvirtualisierung bis hin zu Streaming und Cloud Computing machen Systemlandschaften vielschichtig. Doch breite Auswahl, Serviceverfügbarkeit und -qualität sind für den Endanwender wichtig. Er muss jederzeit und von überall auf Informationen zugreifen können.

Tipps und Tools für ein effizientes IT-Management, das Kosten spart, die Compliance sichert und hohe Servicequalität liefert, hat FrontRange Solutions parat.

1. Realitäts-Check: Der erste Schritt zu einem effizienten IT-Management ist der sogenannte Realitäts-Check. Er soll ermitteln, aus welchen Assets die IT-Infrastruktur besteht. So erhält das IT-Management eine standardisierte und transparente Datenbasis, die als Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung von IT-Projekten zu Kosteneffizienz, Compliance, Virtualisierung oder SaaS dient.

2. Compliance-Check: Der zweite Schritt gleicht zwischen vorhandene Software und dazugehörige Lizenzrechte ab. Damit umgeht das Unternehmen die Gefahr einer Über- oder Unterlizenzierung. Inventarisierung und Lizenzmanagement sind erste Meilensteine hin zu einem umfassenden Software Asset Management (SAM). Darüber hinaus ist auch eine Prozessautomatisierung wichtig, wobei das System die Einhaltung von Policies automatisch prüft.

»Wichtig für die effiziente Verwaltung ist eine fundierte IT-Unterstützung, die auf standardisierten Prozessen basiert«, Mareike Fondufe, FrontRange Solutions.

»Wichtig für die effiziente Verwaltung ist eine fundierte IT-Unterstützung, die auf standardisierten Prozessen basiert«, Mareike Fondufe, FrontRange Solutions.

3. Kontroll-Check: Da sich nicht alle Anwendungen – wie etwa Virenscanner – virtualisieren lassen, wird es in naher Zukunft keine reinen virtualisierten Infrastrukturen geben. Der Schlüssel ist die Automatisierung aller IT-Aufgaben. Mit speziellen Tools für Desktop- und Server-Management kann das IT-Management die Infrastrukturaufgaben über ein zentrales Dashboard steuern. Software und Updates lassen sich so über den gesamten Lebenszyklus automatisiert aufsetzen und verwalten. Denn IT-Administratoren haben wenig Zeit, müssen aber die Kontrolle über ihre Infrastruktur behalten.

Fundierte Unterstützung. Mareike Fondufe, Product Marketing Manager bei FrontRange Solutions, sagt dazu: »Neue Trends wie Virtualisierung, Cloud Computing und SaaS stellen neue Anforderungen an das IT-Management. Wichtig für die effiziente Verwaltung der komplexen Infrastruktur sind die richtige Strategie und eine fundierte IT-Unterstützung, die auf standardisierten Prozessen basiert. Nur so behalten Unternehmen jederzeit den Überblick und die Kontrolle und können ihre Ziele für Kosteneffizienz, Compliance und Servicequalität realisieren.«

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