Unternehmensplanung

Stellschrauben zur Verbesserung

Alexander Springer, CEO der prevero AG

Alexander Springer, CEO der prevero AG

Jedes Jahr beginnt von neuem das große Aussenden unzähliger Tabellenblätter an die verantwortlichen Stellen, gefolgt von einer oft tagelangen Konsolidierung und Plausibilisierung der Daten. Aus diesem Grunde werden die Effektivität und Effizienz der traditionellen Budgetierungspraxis zunehmend hinterfragt. Unternehmen und Wissenschaft werfen dem gängigen Prozess Starrheit vor. Aber auch von Seiten der Analysten und Marktforscher wird in dieselbe Kerbe geschlagen. Aktuelle Studien und Umfrageergebnisse befeuern die entfachte Diskussion.

Zu hoher Zeit- und Ressourcenaufwand. Ein wesentliches Problem ist schon allein die Zeit, die für die Planung aufgewendet wird. Ein Großteil der in der »Planungsstudie 2012« von der Unternehmensberatung Horváth & Partners befragten Unternehmen plant 3 bis 4 Monate, rund ein Drittel der befragten Unternehmen sogar länger als 4 Monate. Nur rund 10% planen weniger als 6 Wochen.

Gleichzeitig steigt der Bedarf nach solider und flexibler Planung. Ein Trend, der sich auch in den Umfrageergebnissen widerspiegelt. Die höchste Priorität haben eine Verbesserung der IT-Unterstützung (46%) und eine stärkere Automatisierung in der Planung (43%): beides Themen, die unmittelbar mit der Auswahl und dem Einsatz einer professionellen Planungssoftware in Verbindung stehen.

Professionelle Planungslösungen. Die führende IT-Unterstützung in der operativen Planung bilden mit 40% Tabellenkalkulationen wie Excel. Auch die Analysten von BARC bestätigen die Vorherrschaft von gewöhnlicher Tabellenkalkulation wie Excel über alle Unternehmensgrößen hinweg. Zugleich zeigen Erhebungen der Markforscher deutliche Unterschiede, wenn es um die Zufriedenheit mit den eingesetzten Werkzeugen geht.

Laut einer jüngeren BARC Research Note sind Unternehmen, die ihre Planung mit Excel durchführen, deutlich unzufriedener als solche, die mit professionellen Planungswerkzeugen arbeiten. Vor allem die fehlende Konsistenz in der Datenbasis durch viele Excel-Dateien sowie die hohe Fehleranfälligkeit sind wesentliche Nachteile, die ein zunehmendes Umdenken in Richtung integrierter Planungswerkzeuge zur Folge haben. Unternehmen, die das Potenzial professioneller Planungstools für sich nutzen, reagieren schneller bei Kurskorrekturen, Ad-hoc-Simulationen oder kurzfristigen Forecasts. Und sie sind wendiger, weil sie alle Budgetzahlen und Informationen in einem zentralen System vorhalten. Gute Planungstools erfordern keine Radikalkur und verstehen sich als Ergänzung zur bestehenden IT-Landschaft.

Was die Wenigsten wissen: Beim Einsatz einer professionellen Planungslösung muss keinesfalls auf die gewohnte SAP- und Excel-Umgebung verzichtet werden, wenn es um das Importieren, Einbinden oder Eingeben der Daten geht.

Deutliche Verbesserung. Eine konsequente Unterstützung des Planungsprozesses durch eine professionelle Planungslösung kann auch die Akzeptanz bei den Beteiligten deutlich verbessern. Intuitive Eingabemasken werden den Planungsprozess deutlich entspannen. Assistenten, die Schritt für Schritt durch den Import der Vorsystemdaten führen und so einen ständigen Blick auf sämtliche Strukturen und Bewegungsdaten geben, haben sich als sehr effizient erwiesen. Aber auch moderne und einfache Möglichkeiten der visuellen Analyse in großen hierarchischen Strukturen und Datenmengen sollten bei der Auswahl der richtigen Lösung berücksichtigt werden.
Alexander Springer

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