Predictive Planning

An der Zukunft dran

Für Unternehmen wird es gerade in unsicheren Zeiten immer wichtiger, Trends noch früher zu erkennen. Damit steht auch die gängige Planungs- und Budgetierungspraxis in vielen Controlling- und Finanzabteilungen vor einem grundlegenden Wandel. Anstelle von vergangenheitsorientierten Analysen und dem Berichten aktueller Zahlen haben Planung und Simulationen wieder an Bedeutung gewonnen.

Denn durch eine starke Fixierung auf die Geschäftsperiode sowie eine Vergangenheits- statt Zukunftsorientierung gehen die Planungsprozesse in Unternehmen oft nicht über rein operative Pflichtübungen hinaus. Umständliche und langwierige Abstimmungsprozesse bei gleichzeitiger Detailtiefe, die einen hohen Einsatz an personellen Ressourcen fordern, tun ihr Übriges. Betroffen sind dabei nicht nur das Controlling, sondern auch nachgelagerte und berichtende Fachabteilungen.

Was ist zu tun? Durch eine häufigere Simulation können mit den richtigen Planungs- und Analysewerkzeugen sich abzeichnende Trends identifiziert werden, die etwa bei Investitionsentscheidungen eine wertvolle Informationsgrundlage bieten und dabei deutlich mehr als nur die Planzahlen buchhalterisch korrekt abbilden. In diesem Kontext kommt die Berücksichtigung von Frühindikatoren, wie z.B. des Geschäftsklimaindex, ins Spiel. So kann der Index für eine bestimmte Region herangezogen werden, um die Absatzplanung in einem lokalen Markt besser auszurichten oder zu optimieren.

In der Praxis sollte eine verwendete Planungssoftware die rechnerische Einbindung solcher Indikatoren im Planungsmodell unterstützen, um es nicht nur bei einer reinen »Einschätzung« zu belassen. Prevero fasst dies unter dem Ansatz des »predictive planning« zusammen. Dazu gehören das regelmäßige Planspiel und die Simulation, wodurch die Sicht auf zukünftige Entwicklungen ermöglicht wird. Predictive Planning bietet die Möglichkeit, mittels Software-Tools unterjährig ständig eine Prognose auf die nächste Zeitperiode – Monat, Quartal oder Jahr – generieren zu lassen. Diese Technik ist notwendig, da die wirtschaftlichen Zyklen sich tendenziell immer schneller abwechseln und immer heftiger ausschlagen. Ein Unternehmen kann mit diesem Ansatz frühzeitig ermitteln, wie sich Umsatz und Kosten entwickeln werden. Je früher dieses Wissen vorhanden ist, umso flexibler lässt sich mit einer Anpassung der Produktion oder Lagerbestände reagieren.

Echolot der Navigation. Je näher eine Organisation also »an der Zukunft dran« ist, umso erheblicher das Kosteneinsparpotenzial. Predictive Planning ist das Echolot für die sichere Navigation des Unternehmens.

Durch eine regelmäßige, unterjährige Zwischenprognose erhalten Controller und das Management immer wieder Feedback über den aktuellen Status und damit ein besseres Bild von der Gesamtsituation. So genannte »Rolling Forecasts« in kürzeren Abständen – dafür mit überschaubaren Details – verschaffen allen Verantwortlichen einen besseren Überblick und verbinden stärker die strategische und operative Planung. Die Erfahrung zeigt, dass eine zu detaillierte Planung eher eine gefühlte Sicherheit vermittelt. Rasche Veränderungen im Unternehmensumfeld erfordern vielmehr die Flexibilität, bestehende Planungs- und Forecasting-Prozesse schnell und verlässlich an dynamische Rahmenbedingungen anpassen zu können. Daher kann es Sinn machen, eine Planung tendenziell weniger detailliert, dafür aber öfter durchzuführen. Der Planungsprozess bekommt mehr Sicherheit und hilft, die Zukunft in die Gegenwart zu bringen und damit beherrschbar zu machen.
Alexander Springer

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