Maria Zesch

»Die große Lobby meines Hotels«

Zesch_TmobileSeit elf Jahren sind Sie bei T-Mobile in verschiedensten Management-Positionen aktiv, seit Februar 2014 für den Geschäftskunden-Bereich in Österreich verantwortlich – sprich Marketing, Services und Vertrieb vom Tischlerei-Betrieb bis zum Großkonzern. Worin sehen Sie Ihre Herausforderung?
Maria Zesch Ich habe viel Erfahrung im Consumer-Bereich gesammelt, vor allem im Marketing. Jetzt entdecke ich meine zusätzliche Begeisterung für Sales. Das macht mir großen Spaß, aber ich habe auch großen Respekt davor. Schließlich geht es dabei auch um den Respekt von rund 70 Vertriebsmitarbeitern – und der tut gut.

Wie erfolgreich ist das B2B-Geschäft von T-Mobile?
Zesch Wir sind ein Treiber für die gesamte T-Mobile Österreich – wir wachsen stetig. Wichtig dabei ist auch, dass wir im Bereich Machine-to-Machine-Komunikation von null auf hundert gekommen sind. Ein weiterer großer Wachstumsbereich ist das Solutions-Umfeld.

Haben Sie dazu eine bestimmte Strategie in der Tasche?
Zesch Wir wollen natürlich Kunden im Kerngeschäft gewinnen. Aber wir wollen vor allem mit dem Kunden gemeinsam auf die Reise gehen – wo wir ihm helfen können, mehr Umsatz zu machen und Kosten zu sparen. Darauf zielen alle unsere Lösungen ab.

Die Reise ist ereignisreich?
Zesch Im Solutions-Bereich wachsen wir zwischen 80 und 100 Prozent. Im M2MBereich haben wir vor zwei Jahren bei null begonnen – da war es ein 1000-prozentiges Wachstum. Und im Core-Geschäft spüren wir natürlich wie alle Betreiber die Roaming- und die Interconnection-Regulierung, die den Umsatz schrumpfen lässt.

»Geschäftskunden sind Treiber für die gesamte T-Mobile. Wir wachsen stetig«, Maria Zesch, SVP Business & Wholesale, T-Mobile Austria.

»Geschäftskunden sind Treiber für die gesamte T-Mobile. Wir wachsen stetig«, Maria Zesch, SVP Business & Wholesale, T-Mobile Austria.

Von Ihrer persönlichen Laufbahn her sind Sie eine »gewachsene Strategin« …
Zesch (lacht) Klingt nett … Ja, ich war bei einer Unternehmensberatung, bis mich Georg Pölzl für die Strategie von T-Mobile geholt hat – aber auch mit dem Versprechen, dass ich einmal operativ tätig sein kann – das war mein Wunsch. Nach meiner Babykarenz habe ich dann die Herausforderung erhalten, den Geschäftskundenbereich zu gestalten.

Wie lässt sich die Jungmutterrolle mit einer Top-Management-Position vereinbaren?
Zesch Solange alles gesund ist, ist es einfach. Zum Glück habe ich einen sehr guten Kindergarten, eine noch bessere Oma, einen sehr verständnisvollen Mann und dazu noch eine gute Babysitterin. Damit geht’s.

Hat sich Ihr Strategie-Denken mit der Begeisterung für Sales verändert?
Zesch Wir sind im Mobilfunk tätig, den wir mit sehr viel Elan und Durchsetzungskraft forcieren. Das ist unser Core-Geschäft – alles, was mit Voice und Data zu tun hat, aber auch alles, was M2M-Connectivity betrifft und natürlich den Endgeräteverkauf. Das ist wie die schöne große Lobby eines Hotels, in die Kunden eintreten sollen. Danach ist es aber wie ein dreistöckiges Haus, durch das ich meine Kunden führen möchte.

Was findet sich im nächsten Stock?
Zesch Der nächste große Schritt ist ganz klar der Festnetzersatz. Mit All-in-Communication, unserer Telefonanlage aus der Cloud, sind wir hier schon sehr erfolgreich. Dafür haben wir bereits in den ersten sechs Monaten über 3000 Seats verkauft und konkret über 100 Kunden angeschlossen.

Vor allem im KMU-Bereich?
Zesch Wir wollen noch weiter in den kleineren Bereich vordringen, sodass wir alle Klein- und Mittelbetriebe aus der Cloud versorgen können. Dazu nehmen wir auch das Thema Security von Endgeräten mit.

Welche Rolle spielen dabei Services, Sourcing und Hosting?
Zesch Eine sehr große. Das beginnt schon im ganz Kleinen mit dem Internet-Schutz am Handy und reicht über Diebstahlschutz bis zu Mobile Device Management. Es geht soweit, dass wir eine breite Palette spezieller Security-Workshops anbieten, für kleine wie auch für große Unternehmen.

Allein im Direktvertrieb oder mit Partnern gemeinsam?
Zesch Es war schon immer unser Zugang, die Zusammenarbeit mit Partnern voranzutreiben – einerseits mit T-Systems für Großunternehmen, andererseits mit unseren Partnern – wie beispielsweise für das Thema MDM gemeinsam mit Samsung oder Seven Principles.

An der Partnerlandschaft im Solutions-Bereich hat sich in den letzten Jahren kaum etwas verändert …
Zesch Ich glaube fest an das Thema Partnerschaft sowie an eine langjährige Partnerschaft bei unseren Kunden. Von daher sind wir sehr fokussiert mit ausgewählten Partnerschaften für Solutions, um damit an unsere 60.000 Kunden zu gehen. Das ist ein sehr großes Potenzial.

Auch für All-in-Communication?
Zesch Ja. Dieses Produkt vertreiben wir als Generalunternehmer, im Hintergrund stellen Partner die Lösung zur Verfügung.

Im M2M-Bereich ist T-Mobile Austria Kompetenzzentrum im Mutterkonzern?
Zesch Bei M2M ist Wien der Hub für das gesamte Europageschäft der Deutschen Telekom-Gruppe. Da arbeiten wir an sehr spannenden Projekten – von der Fahrradsicherung bis zur Schifffahrtsflotte. Wir statten Reinigungsmaschinen mit unseren SIM-Karten europaweit aus, um sie auffindbar zu machen und um zu wissen, wie oft und wo sie im Einsatz sind. Es gibt viele kleine Themen – meist unter dem Effizienz-Aspekt, etwa für Wasserspender oder Kaffeemaschinen, die über ein Modul ein Signal aussenden, wenn sich der Behälter leert.

Was sind Ihre Schwerpunkte für 2015?
Zesch Das Festnetz mit All-in-Communication erobern, weiters M2M zügig ausbauen, und schließlich gemeinsam mit unseren bestehenden Partnern an Lösungen arbeiten, dass wir unseren Kunden wirklich helfen können, erfolgreicher zu sein und weniger Kosten zu haben.

Comments are closed.