Demokratisierung & BI

»Der Zug ist abgefahren«

Rückblickend auf die letzten zehn Jahre – was waren für Sie die großen Meilensteine in Analytics?

Lars Björk Der große Change war die enorme Entwicklung in der Hardware und – natürlich – in der Software. Wir sahen schon Ende der 1990er, dass Hardware zur Commodity wird. So setzten wir auf diesen Trend und damit auf das richtige Pferd. Wir setzten auch auf 64 Bit – das war auch die richtige Wette. So gab es im Decision Reporting eine Entwicklung vom ganz speziellen Experten-Tool hin zu einem Tool, das heute ein jeder verwenden kann. Und das ist der wirkliche Benefit. Denn zur gleichen Zeit startete die allgemeine Demokratisierung in der Gesellschaft. Jetzt denken wir, dass Mobilität das richtige Ding ist.

Was hat diese Demokratisierung auf Ihrer Seite angetrieben und bewirkt?
Björk Wir erkannten, dass man nicht Technologie verkaufen kann, indem man über Technologie spricht. Niemand ist dermaßen an Technologie interessiert, außer vielleicht ein paar Geeks. Was zählt, ist der Benefit, den man daraus ziehen kann. Niemand kauft einen Hammer, weil er ihn liebt, sondern weil er einen Nagel einschlagen will. So verhält sich das auch mit unserem QlikView.

Ihre Technologie zeichnet sich durch besondere Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit aus. Wer sind Ihre Anwender?
Björk Das kann ein jeder sein. Wenn Sie ein Blick auf unsere Anwenderbasis werfen, erkennen Sie Menschen in den Controlling-und Finanzabteilungen, wie auch Polizisten auf der Straße, Schwestern und Ärzte in Krankenhäusern, oder die Armee in Israel oder die Vertriebsleute irgendeiner Firma in den USA wie genauso ein Fischerort in Peru – ich habe aufgegeben, darüber nachzudenken, weil jeder QlikView verwenden kann und seinen Nutzen daraus zieht. Wir haben die Nutzungsschwelle ganz tief gesenkt.

Bringt diese Demokratisierung auch radikale gesellschaftliche und organisatorische Veränderungen mit sich?
Björk Sehen Sie unsere Kinder: Die haben ihr Smartphone und wenn etwas darauf nicht erscheint, dann existiert es nicht. Das ist unsere kommende Workforce. Drei Wochen SAP-Systemschulung? Vergiss es! Ich dreh das Ding auf und muss es sofort verstehen. Dahin bewegen wir uns.

Birgt dieser Generationswechsel und der Übergang von traditionellen zu neuen, demokratischen Mitteln nicht auch zahlreiche Konflikte und Gefahren?
Björk Wir befinden uns in einem Wandel. Aber das Wichtige ist, ob man diesen Change kontrollieren oder verlangsamen möchte. Ich traf einmal den CTO einer der größten Security-Firmen der Welt und fragte ihn, wie er dieser erwarteten Welle von privaten Smartphones und iPads unter Sicherheitsaspekten gegenüber steht, wie er das kontrollieren möchte. Er lachte und antwortete: Der Zug hat die Station verlassen, du kannst ihn nicht mehr kontrollieren. Du musst es akzeptieren und versuchen, die Informationen zu kontrollieren und wie sie verteilt werden.

Müssen wir Kontrolle neu definieren?
Björk Ja, in dem Sinne, wie wir sie nutzen und Zugang zu Informationen haben.

Wie kann man sich das vorstellen?
Björk Wir werden es erst lernen, in dem Maß, in dem wir voranschreiten. Aber es aufzuhalten, wird nicht funktionieren.

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