Alexander Springer

»Der nächste Schritt ist international«

 

 

 

Prevero hat vor nunmehr 200 Tagen die österreichische Winterheller übernommen. Ist in der Integration alles nach Plan verlaufen?
Alexander Springer Es läuft sehr gut bei uns. Ich hatte schon während der Due Diligence-Phase gesehen, dass die Kulturen ähnlich sind. Wir passen jetzt gut zusammen in den gemischten Teams. Hinzu kommt, dass wir uns zuvor am Markt kaum gegenseitig ins Gehege gekommen sind, sodass keine verbrannte Erde existiert. Auch war Winterheller wie Prevero eigentümergeführt – das macht das Verständnis leichter. Ab 1. Jänner 2012 nennen wir uns alle nur noch Prevero.

In der Vergangenheit war Prevero ein sehr zurückhaltendes Unternehmen, »ein Rohdiamant«, wie Insider meinten – vom Produkt her in vielen Bereichen führend, aber außerhalb der Energieversorger-Branche gar nicht so präsent.
Springer Unser Produkt Prevero 7 war an sich immer schon branchenunabhängig, wir haben auch 40% unserer Kunden außerhalb der Energieversorger. Es ist aber auf lange Sicht nicht so günstig, auf eine Branche fokussiert zu sein. Auch sind wir ambitioniert, was unser Wachstum anbelangt – und das reichte einfach nicht aus.

Was hat sich mit der Übernahme von Winterheller verändert?
Springer Zum einen können wir nun vermarktungstechnisch eine leichtere Verbreitung finden, zum anderen hat sich das Produktportfolio erweitert: Der Professional Planner ist ein hervorragendes Planungstool, das sehr integriert und standardisiert ist im Bereich Bilanz und Planung und das man schnell implementieren kann, wenn Kunden einen Standard haben wollen. Das gibt uns eine gute Möglichkeit, das Produkt im Mittelstand zu platzieren. Und wenn Unternehmen für individuelle, komplexe Planungen eine Plattform für viele Anwender brauchen, bieten wir Prevero 7 an.

Sie haben sich mit der Übernahme mehr als verdoppelt, haben insgesamt rund 130 Mitarbeiter und sind im deutschsprachigen Raum eine auffällige Größe. Ist aus eins plus eins jetzt zwei, drei oder nur 1,5 geworden?
Springer Es ist auf jeden Fall mehr als zwei. Zum einen haben wir den Vertrieb verdoppelt und mitunter verdreifacht. Das schafft natürlich mehr Umsatz, aber vor allem mehr Aufmerksamkeit und Attraktivität am Markt. Die Dynamik, mit der Prevero derzeit wahrgenommen wird, verläuft nicht nur auf Kundenseite sondern auch als Arbeitgeber. Wir bekommen jetzt viele Anfragen und erhalten dadurch auch neue Blickwinkel.

Sie werden beide Produktbereiche auch in Zukunft weiterführen?
Springer Absolut. Es ist immer gut, wenn man zwei Produktlinien hat. So kann man sich besser gegen den Wettbewerb behaupten. Und das Wichtigste eigentlich: der Kunde kann selbst die Entscheidung treffen, was will er eigentlich, und sich aussuchen, was auf ihn besser passt. Es gibt auch für beide Produktlinien eine eindeutige Roadmap und Weiterentwicklung.

Fokus bleibt der deutschsprachige Raum?
Springer Jetzt geht es um die weitere Stabilisierung. Der nächste Schritt ist international. Das packen wir 2013 an.

Ist ab jetzt ausschließlich organisches Wachstum angesagt?
Springer Wir prüfen den Markt ständig nach passenden Unternehmen. Wenn wir so eines finden, werden wir wieder überlegen, den gleichen Schritt zu tun.

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