Jack Domme

»Aus Daten Informationen machen«

Mister Domme, wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung von Hitachi Data Systems?
Jack Domme Wir hatten ein sehr gutes letztes Geschäftsjahr, kommen gerade aus einem sehr guten ersten Quartal, und alles sieht weiter nach gutem Wachstum aus.

Welchen Einfluss hatten wirtschaftliche und technologische Veränderungen der jüngeren Zeit auf Ihr Unternehmen?
Domme Unsere Rolle in der Industrie verändert sich zurzeit nicht unwesentlich – in dem Maße, in dem die Datenmenge mit einer unglaublichen Rate stetig wächst. Denn Menschen und Applikationen müssen die Daten nicht nur speichern, sondern wollen sie auch jederzeit entdecken, konsumieren und mit anderen teilen. Das ist ein globales Problem.

Wie kann Hitachi dabei helfen außer durch Bereitstellung von Infrastruktur?
Domme Wir werden immer öfter gefragt: Wie kann ich mehr Daten wieder auffinden? Wie kann ich sie besser verwalten? Denn all die Daten werden ja nicht gelöscht. Aber es sind auch nicht die traditionellen Daten, die so massiv wachsen. Es sind Voice, Video, Bilder, medizinische Bilder, Gesichtserkennung – und viele dieser Techniken funktionieren nicht sehr gut im Wiederauffinden der Daten.

Heißt das, HDS engagiert sich jetzt in Software, Search und Discovery?
Domme Absolut. Intern sagen wir bei Hitachi oft: Wir werden die nächste Google sein. Wenn wir nämlich auf Daten blicken und sehen zugleich das Profil von Hitachi, einer 112-Milliarden-Dollar-Company, spezialisiert in Energie, in Medizin, in Medien, so bringen wir sehr viel Knowhow mit. Die nächste Generation von Search ist nicht bloß Suche sondern gleichzeitig auch Analyse von Daten, denn ein Video nach Menschen zu durchforsten ist eine sehr analytische Aufgabe von Software. Wir bauen MRI-Maschinen für die Medizin, also müssen wir auch fähig sein MRIs zu analysieren. Wir haben eine der besten visuellen Erkennungssoftware der Welt. Deshalb bieten wir auch eine vollintegrierte Plattform für Medical Information.

Unter diesen Voraussetzungen bezeichnen Sie Data Center heute als Information Center?
Domme Die viel zitierte Virtualisierung erlaubt uns, alle physischen Anforderungen rund um Daten zu abstrahieren. Teile der Daten lassen sich nun in der Cloud speichern. Das heißt, wir können Daten unabhängig vom Speichermedium irgendwo platzieren, aber die Applikation und der Nutzer müssen sich nicht darum sorgen. All das muss in einer hocheffizienten Daten-Governance resultieren. Doch selbst bei ständig zunehmenden Mengen erhalten Nutzer und Applikationen sofort den Zugriff auf die gewünschten Daten.

Stehen wir nun bei Virtualisierung 2.0?
Domme Ja, und dabei geht es nicht nur um Storage, sondern um die Konvergenz in der Virtualisierung von Servern, Storage und Applikationen. Um das realisieren zu können, brauchen wir die richtigen Architekturen. Herkömmliche Storage-Architekturen bieten keine Unterstützung für diese Zukunft. Dafür haben wir unsere Virtual Storage Platform entwickelt.

Verändert das Ihr Geschäftsmodell?
Domme Wir wollen uns weiter bewegen. Unser Geschäftsmodell ist nicht allein auf die Infrastruktur bezogen, sondern ebenso darauf, wie man diese gesamte Big Data, die rund um die Welt erzeugt wird, auffindet und analysiert. Es geht immer darum, den Wert aus den Daten herauszuholen und sie zu Informationen zu machen.

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