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»200.000 Meilen um den Globus«

Sie haben Ihre Arbeit als Analyst eingetauscht gegen eine Führungsposition bei einer der Firmen, die Sie beobachtet haben. Worauf haben Sie sich im ersten Jahr bei Infor konzentriert?

Bruce Richardson Mein Hauptziel war, Infors Produkte und Technologie weiter zu verbreiten und zu helfen, neue Geschäfte abzuschließen. Ich habe fast 200.000 Flugmeilen rund um den Globus angesammelt, um mich mit bestehenden und potenziellen Kunden sowie unseren Vertriebsbeauftragten und Partnern zu treffen. 95 Prozent meiner Zeit habe ich dabei unseren ERP-Lösungen gewidmet, insbesondere Infor ERP LN und SyteLine.

Mit Infor24 bieten Sie auch eigene Cloud-basierte Lösungen an. Gilt dies auch für den ERP-Sektor?
Richardson Unser Ziel besteht darin, unseren Kunden eine Reihe von Lösungen anzubieten, die am Besten ihrem Budget und ihrer Personalsituation entsprechen. Wir werden auch weiterhin herkömmliche lokale Lizenzen anbieten. Darüber hinaus bieten wir Hosting an. Im letzten Juni haben wir angekündigt, dass wir auch SyteLine als Abonnement pro Benutzer und Monat in der Cloud anbieten werden.

Wie beurteilen Sie die Interessenslage für Cloud-basiertes ERP?
Richardson Wir befinden uns immer noch in dem Stadium, in dem die Neugier in Bezug auf Cloud-basiertes ERP größer ist als die tatsächliche Nachfrage. Zwar enthält fast jede Ausschreibung mittlerweile die Frage, ob ein Anbieter auch Cloud-Services bieten kann. Dennoch zögern die meisten CIOs, ihre geschäftskritischen ERP-Anwendungen außerhalb ihrer eigenen Rechenzentren auszuführen. Sie sind der Ansicht, dass die Risiken gegenüber dem Nutzen überwiegen.

Wie lautet dazu Ihre Antwort?
Richardson Um mehr Sicherheit zu geben, haben wir eine spezielle Testoption für SyteLine im Angebot, damit die Kunden entscheiden können, ob sie eine Bereitstellung vor Ort, in der Cloud oder eine Mischform aus beidem wünschen.

Was waren Ihre wichtigsten Erfolge im Jahr 2010?
Richardson Ich kam mit der festen Überzeugung zu Infor, dass man kein führender Anbieter von Unternehmensanwendungen sein kann, wenn man nicht über eine Führungsposition im ERP-Markt verfügt. Wir hatten zwar hervorragende Produkte, doch es mangelte am Fokus. In Nordamerika arbeitete ich mit unseren ERP-Teams daran, sich auf drei Bereiche zu konzentrieren: neue Kunden zu gewinnen, bestehende Kunden davon zu überzeugen, uns als ihren Partner zu sehen, und eng mit unseren
Vertriebspartnern zusammenzuarbeiten.

Das hat funktioniert?
Richardson Wir haben unsere Wettbewerbsposition gegenüber Epicor, MS Dynamics, Oracle und SAP bedeutend verbessert. Der nächste Schritt besteht darin, dies in Europa zu wiederholen – wir werden aggressiver um den europäischen Markt kämpfen.

Welche Ziele haben Sie für 2011?
Richardson Wir wollen auf dem Markt aufsteigen und größere Unternehmen bedienen. Wir verfügen über mehrere neue Anwendungen, die wir im Frühjahr bringen wollen. Sie werden auch einige neue Tools für Performance Management und Supply Chain Management sehen. Unser Ziel ist es, die Art und Weise zu verändern, wie der Markt Infor wahrnimmt.
Vielen Dank für das Gespräch.

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