Ausgabe 12 / 2011

Die Zukunft hat begonnen

Führungskräfte geraten mehr denn je unter Entscheidungsdruck.
Wer steht wie seinen Mann?

Wir leben in einer VUKA-Welt. Dabei
sind wir zwangsläufig ständig auf der
Suche nach den notwendigen Qualitäten, um
unsere Handlungsfähigkeit zu behalten. In
der VUKA-Welt ist nämlich gar nichts einfach.
VUKA ist ein militärisches Akronym
aus den Neunziger Jahren und steht für
Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und
Ambiguität. Und es ist heute aktueller denn
je. Vor allem in Management-Kreisen.

Change voraus:
VUKA betrifft unsere gesamte
Umwelt. Die Probleme reichen von den
Rohstoffpreisen, über die Finanzkrise und
Wirtschaftsrezession zur Schuldenkrise bis
hin zu Ölkatastrophen und den Klimawandel.
Alles schreit nach »Change«.
In der Vergangenheit war Change genau bestimmbar
und vorhersagbar, indem man einen
kontinuierlichen Wandel verfolgte. Jetzt sind
wir in einer neuen Welt, wo wir beispiellosen
sozioökonomischen und politischen Herausforderungen
auf einer globalen Ebene gegenüberstehen.
Vieles davon ist unvorhersehbar.
Wie nehmen Sie also Ihre Führungsaufgaben
in einer solchen unsteten Welt wahr?

Mit Sicherheit:
Effektivität ist eines der Zauberworte
unter diesen Voraussetzungen.
Nicht zuletzt deshalb besinnen sich derzeit
viele Manager ihrer militärischen Tugenden.
In einer VUKA-Welt müssen Anführer auf
ihrem besten persönlichen Level agieren, sich
ein hohes Maß an Selbstkontrolle auferlegen
und sich selbst trainieren, um sowohl den
Preis im Auge zu behalten, als auch Optimismus
nach außen zu versprühen. Sie müssen
inmitten der allgemeinen Verstörtheit fokussiert
und cool bleiben, ruhig und gefasst dem
Druck entgegen wirken. In kritischen Situationen
ändert schon eine Handlung alles –
und die muss vom Anführer kommen.
In einer VUKA-Welt öffnen und schließen
sich die Fenster jedoch sehr schnell. Um
die Gelegenheit zu ergreifen, heißt es also
zeitgerecht vorbereitet zu sein.

Mit Stil:
Bob Johansen vom Institute for the
Future in Palo Alto eröffnet in diesem Zusammenhang
hilfreiche Einblicke. Er hat die vier
VUKA-Elemente mit mehreren Führungsfähigkeiten
gekoppelt: Volatilität fordert
Vision, Unsicherheit fordert Übereinkunft,
Komplexität fordert Klarheit, Ambiguität
fordert Aktion.

Was das letztlich für die Selbstentfaltung
bedeutet? Hinter dem simplen Akronym verbirgt
sich ein ganzer Aufbau von Wissen und
Erfahrung, der die kritischen mentalen und
emotionalen Fähigkeiten anspricht, den
Führungskräfte in der VUKA-Welt benötigen:
Bewusstsein, Bereitschaft, Biegsamkeit,
Belastbarkeit und Beharrlichkeit.
Diese Fähigkeiten lassen sich trainieren und
weiter entwickeln. Sport und Militär geben
Beispiel. Die Qualitäten zeigen sich dann in
Extremsituationen. So wie jetzt.
Oder auch erst morgen. Wie der Science-Fiction-
Autor William Gibson zu sagen pflegt:
»Die Zukunft hat schon begonnen. Sie ist
nur sehr ungleichmäßig verteilt.«

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