Ausgabe 12 / 2009

Der Wertbeitrag der IT

Die Krise verändert das Rollenspiel. Der CIO ist
heute mehr denn je als Business-Berater gefordert.

Eine Frohbotschaft für CIOs kommt aus
dem Hause Deloitte Consulting. Ein zentrales
Ergebnis der aktuellen Ausgabe der »ITBusiness
Balance Studie 2009« lautet nämlich:
»Die Wirtschaftskrise bietet für IT-Führungskräfte
eine neue Möglichkeit, ihren Wertbeitrag
für das Unternehmen darzustellen.«
Wie in den Jahren zuvor stehen in der internationalen
Studie jene Schlüsselthemen im Brennpunkt,
die die Beziehung zwischen IT und dem
operativen Geschäftsbetrieb verändern. »Die
Funktion des CIO gewinnt an Wichtigkeit«, sagt
Deloitte-Partner Georg Krause. »Wir erleben
eine klare Entwicklung vom bloßen Technologie-
Implementierer hin zu einem zuverlässigen
Unternehmensberater. Das ist ein fundamentaler
Trend, der die Notwendigkeit aufzeigt, dass das
Unternehmen und seine IT näher zusammenrücken
müssen, um den heutigen Herausforderungen
zu begegnen.«

Führungsrolle und Dialog: Der aktuelle Wirtschaftskontext
erlaube den CIOs, eine Führungsrolle
zu übernehmen und ihren Dialog mit der
Geschäftsführung zu vertiefen. Organisationen
müssten nun die notwendigen Fähigkeiten innerhalb
der IT aufbauen und sicherstellen, dass die
Integration sowie die Anpassung zwischen dem
Business und der IT zu allen strategischen, taktischen
und operationalen Ebenen durchdringen.
»Die Studie bestätigt aber auch, dass es noch
immer einiger Schritte bedarf, bis eine echte
Integration von IT und dem restlichen Unternehmen
erreicht ist«, so Krause. Die meisten Firmen
würden noch mit den Auswirkungen der Krise
kämpfen, aber trotz der Dringlichkeit und Unsicherheit,
die heutzutage dominiert, sei wahrscheinlich
gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, um
darüber nachzudenken, wie die IT und die anderen
Unternehmensbereiche zusammenarbeiten
können, um Wert zu schaffen.
Die 2009er-Studie ergab, dass die IT gegenwärtig
unter enormem Druck steht, einen Wertzuwachs
zu liefern. Obwohl die »IT-Stimme«
noch immer nicht ausreichend auf Vorstandsebene
gehört wird, bestätigten sowohl IT-Manager
als auch ihre internen Nutzer, dass die Krise den
Dialog vertieft habe.
Die Highlights der Deloitte-Studie dokumentieren
sich darüber hinaus in folgenden Topics:

• Entwicklungen & Trends: Von der IT wird ein
Wertbeitrag erwartet, der über die reine Ablaufautomation
und Effizienzsteigerung hinausgeht.
Der Fokus verlagert sich auf die Wertschaffung
für Bereiche mit direktem Geschäftseinfluss:
Kundenzufriedenheit, Produktverbesserung,
Umsatz- und Gewinnwachstum.

• IT-Governance: Die IT ist nicht nah genug an
der Unternehmensspitze. Ungefähr die Hälfte der
befragten 550 Manager bespricht IT-Themen selten
oder nie auf Vorstandsebene. Für die Mehrheit
ist es nach wie vor eine jährliche Übung, die
bloß mit der Budgetierung verbunden ist.

• IT-Management: Nur 41,5% der Befragten
sehen die IT als treibende Kraft. Jedoch hat die
Krise – mit ihrer drastischen Neuausrichtung der
Investment-Portfolios – den Dialog zwischen der
IT und dem Unternehmen merkbar verstärkt.

• IT-Sourcing: In der aktuellen Wirtschaftslage
wird das Outsourcing von IT-Services sowohl
von der IT als auch vom Geschäftsbetrieb als
»durchführbar« angesehen.

• IT-Sicherheit, Datenschutz & Betrug: Führungskräfte
wollen mehr für Sicherheit und
Datenschutz ausgeben als ihre IT-Kollegen. Dennoch
macht es das fehlende Bewusstsein über
die Anzahl und Auswirkungen der tatsächlichen
Vorfälle schwierig, die notwendigen Investitionen
zu rechtfertigen.

Hinreichend Gelegenheiten also, an einem ausbalancierten
Rollenmodell zu arbeiten.

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