Ausgabe 10 / 2011

Was Entscheider wollen

Flexibel, anpassungsfähig, mobil – traditionelle
Tools der Datenanalyse geraten auf den Prüfstand.

Die Vorteile einer integrierten Lösung
nutzen und dabei anpassungsfähig
bleiben: Vor dieser Herausforderung sehen
sich derzeit Finanzverantwortliche über Branchengrenzen
hinweg. Laut einer Umfrage
der Aberdeen Group unter 1.400 CFOs und
Führungskräften aus den Finanzabteilungen
großer europäischer Unternehmen, sehen
sich diese hin- und hergerissen zwischen ITAnforderungen
und Finanzvorgaben, zwischen
der Funktionalität und der Kosteneffizienz
eines Finanzmanagement-Tools.
Das mit Abstand wichtigste Entscheidungskriterium
ist dabei eine Profitabilitätssteigerung.
Rund 70% der Befragten sehen
diesen Punkt als ausschlaggebend für ihre
Entscheidung. Die Ziele Umsatzwachstum
und Kostenreduktion sind mit 38 bzw. 31%
weitere wichtige Faktoren bei der Auswahl.

BI in Vertrauenskrise:
Im Stich gelassen
fühlen sich jedoch deutschsprachige Manager
von Business Intelligence-Systemen. Nur
jeder Zweite hält die Ergebnisse von Datenanalysen
in seinem Unternehmen für vertrauenswürdig,
70% wünschen sich gar bei
der Neuanschaffung eines Analyse- und Reportingsystems
verlässlichere und schnellere Datenlieferungen.
Das ergab eine von Qlik-
Tech beauftragte Studie von Pierre Audoin
Consultants (PAC). PAC betrachtete insbesondere
den Einsatz von bereits implementierten
Systemen sowie Investitionsplänen
und Anforderungen. Dazu wurden 80 Abteilungsleiter
und CEOs aus deutschen, österreichischen
und schweizerischen Firmen mit
mehr als 500 Mitarbeitern interviewt.
Die Trendstudie zeigt deutlich: Auf BI-Tools
allein verlassen sich nur wenige Unternehmen.
In den befragten Firmen stehen genauso
häufig dezidierte BI-Lösung wie auch
Excel zur Verfügung. Und nur 47% aller
Umfrageteilnehmer favorisieren tatsächlich
die BI-Applikation. Der Umkehrschluss legt
nahe, dass ungern auf das Microsoft-Werkzeug
verzichtet wird: Excel-Anhänger, so
die Studie, schätzen vor allem die schnelle,
unabhängige Erstellung von Analysen.

Produktivität & Effizienz:
Aktuell beklagt
jeder vierte Betrieb, dass sich Entscheidungen
verzögern, weil Reports nicht rechtzeitig
vorliegen. 60% der Befragten würden ihren
Analysebedarf lieber selbstständig ohne die
Hilfe der IT-Abteilung decken. Hier knüpfen
zwei weitere Herausforderungen an: Produktivität
und Effizienz. So gaben 44% an,
bei ressortübergreifenden Projekten bereits
auf Probleme gestoßen zu sein, weil Analysen
fehlerhaft waren oder der Datenaustausch
nicht funktionierte. Speziell in großen Betrieben
mit über 5.000 Mitarbeitern wächst
zudem der Wunsch nach mobilen Analysesystemen:

Mehr als die Hälfte der Befragten
erhofft sich davon Produktivitätsgewinne.
Wenig verwunderlich ist daher die Investitionsplanung
in den Unternehmen: Knapp
40% haben bereits konkrete Pläne, eine
neue leistungsfähigere BI-Lösung zu kaufen,
weitere 30% diskutieren eine Anschaffung.
»Offenbar können die inzwischen weit
verbreiteten BI-Systeme nicht alle Manager
überzeugen«, kommentiert PAC-Analyst
Frank Niemann. »Firmen haben eine klare
Vorstellung davon, was ihnen die Anschaffung
eines neuen Analyse- und Reportingsystems
bringen soll.«
Wolfgang Kobek, Managing Director bei
QlikTech, sieht einen Trend bestätigt: »Fachabteilungen
erwarten, dass sie Analysewerkzeuge
selbst steuern und somit schneller die
für sie wirklich relevanten Zusammenhänge
zwischen Daten erkennen können.«

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