Ausgabe 10 / 2009

Vom Hype zum »heißen Trend«

Der anhaltende Kostendruck schürt das Interesse
an Cloud-Services. Der Wettbewerb nimmt zu.

Die IT-Marktforscher von Gartner haben
jüngst ihren »Hype Cycle Special Report
for 2009« veröffentlicht, in dem sie Reifegrad
von 1.650 Technologien und Trends untersuchen.
Dabei bietet jeder Hype Cycle einen Überblick
über Schlüsseltechnologien und Trends in
verschiedenen Branchen oder Regionen.
Die Studie konstatiert unter anderem, dass sich
die Erwartungen gegenüber Techniken wie
Cloud Computing, E-Books und Internet TV
gegenwärtig auf dem Höhepunkt befänden. Der
Grund hierfür sei unter anderem das Interesse
von Unternehmen an einer kosteneffektiven
Gestaltung ihrer IT-Services. Social Softwareund
Microblogging-Seiten hätten hingegen laut
der Studie den Zenit bereits überschritten. Gartner
erwartet hier eine baldige Desillusionierung
unter deren Nutzern. Dies hänge damit zusammen,
dass in die Einrichtung eines effektiven
sozialen Netzwerkes viel Arbeit gesteckt werden
müsse.

Cloud Computing:
Die Wirtschaftskrise und der
damit anhaltende Kostendruck haben Cloud
Computing im letzten Jahr viel Aufmerksamkeit
beschert. Denn für Unternehmen kann es eine
attraktive Alternative sein, Rechenleistungen im
Data Center, Storage oder auch komplette Business-
Anwendungen wie CRM, ERP oder SCM
über Cloud Computing zu beziehen.
Laut Hype Cycle Report ist das Thema Cloud
Computing jedoch bereits auf dem Höhepunkt
überzogener Erwartungen angekommen. Dieser
Hype erzeuge mittlerweile einen »ohrenbetäubenden
Lärm« in der IT-Branche. Kaum ein
Anbieter verzichte darauf, seine Strategie zum
Thema zu präsentieren. Eine Vielzahl von Varianten
wie Private Clouds oder Hybrid-Ansätze
würden allerdings zu Verwirrung bei den
Anwendern führen, kritisieren die Analysten.
Unterm Strich jedoch würdigen sie das Thema
als »heißen IT-Trend 2009«, weil die Vorteile
der Kosteneffizienz ein hohes Interesse bei den
Anwendern erzeugen.
Ein Reifeprozess, der auch nach Meinung der
Marktforscher von Ovum voranschreitet. Demnach
entwickelte sich Cloud Computing im Jahr
2009 bislang zu einem der wettbewerbintensivsten
Bereiche der IT-Welt. Ovum sagt aber
gleichzeitig, dass Cloud Computing On-premises-
Software nicht komplett ersetzen kann und
wird, vor allem nicht, wenn es um geschäftskritische
Daten und Abläufe geht.

Business Intelligence:
Mehr denn je ein »heißer
Trend« sind Business Intelligence und Performance
Management. BI-Berater für den Mittelstand,
BI-Architekten, Experten für Analytics
und Forecasting sowie für Data Mining zählen
auch im Jahr 2010 zu den meistgefragten Spezialisten,
wenn es nach der IT-Personalagentur
GULP geht.

Die Ursache liegt auf der Hand:
Um geschäftsrelevante
Entscheidungen zu treffen, brauchen
Manager und Mitarbeiter unterschiedlichster
Hierarchieebenen schnell aktuelle und relevante
Daten. Während in kleineren Betrieben das
Reporting im Mittelpunkt steht, geht es Konzernen
mehr um strategische Planung. BI ist deswegen
wichtig, weil sie die Geschäftsergebnisse
direkt beeinflussen kann und Mitarbeitern aller
Hierarchiestufen die Arbeit erleichtert.
Die Anbieter frohlocken. In einer Studie des
Management-Beraters Lünendonk gaben die
befragten BI-Hersteller an, für das laufende Jahr
2009 mit Umsatzsteigerungen von mehr als 15%
zu rechnen. Die Befragten sehen sich als Gewinner
der Krise: 90% sagten aus, das derzeit steigende
Interesse an BI-Lösungen sei eine Folge
des Banken-Crashs.
Lesen Sie mehr über diese beiden aktuellen
Markttrends in der vorliegenden Ausgabe.

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