Ausgabe 09 / 2009

Bereit für die Post-Rezession?

Die »Reset Economy« zeigt den Weg in eine »neue
Normalität« und in eine mildere Jahreszeit.

Entweder tauchen wir jetzt tatsächlich aus
der Rezession hervor – wie es zahlreiche
Beobachter, Analysten und Wirtschaftsexperten
behaupten – oder wir stellen uns auf einen
weiteren Rückschlag ein. Klar scheint jedenfalls:
Wenn die globale Wirtschaft aus ihrem langen
Albtraum erwacht, wird es eine »Neue Normalität
« geben. Anders gesagt: »Business as usual«
war gestern.

Die gesamte globale Supply Chain wird derzeit
neu bewertet. »Vor der Krise wussten wir, dass
Energie bestenfalls volatiler und schlechtestenfalls
teurer wird«, nennt Paul Laudicina, Chairman
des Consulting-Riesen A.T. Kearney, in
einem Interview mit Business Week einige Veränderungen
aus den vergangenen Turbulenzen.
»Jetzt haben wir steigende Besorgnis und Verbraucherwiderstände
gegen hohen Kohlenstoffgehalt
in Produkten sowie Aussicht auf neue
Regulative. Außerdem müssen wir mit Marktbeeinflussungen
durch protektionistische Maßnahmen
rechnen. Es gibt eine ganze Reihe von
Dingen, die von der Krise verstärkt wurden und
eine Bereinigung verlangen. Unternehmen legen
nun neu fest, was sie wo produzieren und zu
welchen Kosten.«
Repositionierung:
Viel wurde in letzter Zeit
über die sogenannte »Reset Economy« gesprochen,
einen Begriff, den GE-Chairman Jeff
Immelt populär gemacht hat und der Unternehmen
bezeichnet, die die Rezession nutzen, um
sich selbst für den Aufschwung zu repositionieren.
Das wichtigste, was ein Unternehmen jetzt
tun sollte, sei denn auch, so Laudicina, »sich für
das Umfeld der Post-Rezession bereit zu machen
und nochmals zu prüfen, was die Veränderungen
in der Konjunktur für seine Kernkompetenzen
bedeuten kann und für die Fähigkeit, den neuen
Kundenansprüchen begegnen zu können«.
Der Betrieb von IT-Organisationen als ausgereifte
Geschäftsbereiche ist dabei zuletzt in ein
massives Spannungsfeld geraten. Budgetdruck
und der Vergleich bestehender IT-Kosten mit
neuen Optionen und Investitionen verlangen von
CIOs und CEOs ein neues Verständnis für den
IT-Betrieb. Die »Reset Economy« treibt dabei
die bisherigen IT-Prozesse von einem »Nice-tohave
« zu einem »Must-have«. Doch die Kosten
müssen reduziert werden, ohne dass das operative
Geschäft unterminiert wird.
Das bringt ein geändertes Denken über Outsourcing
mit sich – als nüchterne Abschätzung der
Kosten und Benefits mittels Rechenschieber.
Paul Laudicina erwartet als Folge der Rezession
jedenfalls »eine Explosion von Produktivitätssteigerungen,
die das Wirtschaftswachstum antreiben«.

Optimismus:
Es ist eine harte Zeit für Optimisten.
Gibt es überhaupt ein glaubhaftes Argument
für Optimismus? Viel hängt davon ab, wie man
die wichtigsten und verlässlichsten Daten analysiert.
Aber es hängt auch vom Geist und vom
Temperament ab, im Speziellen von einer Offenheit
für einen Richtungswechsel. So wie die
Blase der Mitt-2000er von einer Massenblindheit
gegenüber der Möglichkeit eines Absturzes
aufgebauscht wurde, so wurde die Rezession
der Spät-2000er verschlechtert durch die Weigerung,
Zeichen eines Aufschwungs zu sehen und
danach zu handeln.

Derzeit ist es noch immer hochmodisch pessimistisch
zu sein. Aber im Lichte aller Fakten
ist Optimismus der Alternative überlegen. Er
erzeugt Konsumvertrauen, Geschäftsinvestitionen,
unternehmerische Risikobereitschaft und
schafft Arbeitsplätze. Jüngere Studien behaupten
sogar, dass Optimismus die Wahrscheinlichkeit
von Herzkrankheiten reduziert. Und außerdem:
es fühlt sich gut an. Gehen wir also davon aus,
dass es Zeit ist, sich von einem Start in eine neue
und milde Jahreszeit anregen zu lassen.
Lassen Sie uns wissen, was Sie darüber denken.

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