Ausgabe 07-08 / 2014

Überwindung der Kluft

Der Aufruf zur raschen Umsetzung bevorstehender IT-Innovationen sollte nicht ungehört verhallen.

Anfang Juni 2014 veröffentlichte Virtualisierungs- und Cloud-Experte VMware eine Studie, wonach die Anforderungen an die Unternehmens-IT und den Services, die diese tatsächlich leisten kann, deutlich auseinanderklaffen. Dazu hatte das Marktforschungsinstitut Vanson Bourne 1.800 ITEntscheider und 3.600 Angestellte in kleinen und mittleren Unternehmen ab 100 Mitarbeiter in Europa, Russland und im Mittleren Osten befragt.

Die Mehrheit der IT-Entscheider in deutschen Unternehmen (57%) geht von durchschnittlich fünf Monaten für die Bereitstellung neuer IT-Services aus – ein Zeitraum,
der die Kluft zwischen Business-Zielen und IT verdeutlicht und beträchtliche Folgen für
Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum von Unternehmen hat. Geringere Innovationsfähigkeit (42%) und schwächeres Wachstum sowie Umsatzeinbußen (37%) werden ebenso als Folgen dieser Diskrepanz gewertet wie das steigende Risiko von Datendiebstahl- oder -verlust (33%).

Die Studie zeigt die Herausforderungen von Unternehmen angesichts der neuen IT-Ära und verdeutlicht den steigenden Druck auf die IT-Abteilung: 55% der IT-Verantwortlichen geben an, unter dem Druck der Geschäftsführung oder des technischen Leiters (CTO) zu stehen, die IT innerhalb der nächsten zwölf Monate zu modernisieren. Gründe für die Modernisierung sind insbesondere die Reduktion der IT-Kosten (54%), die Erhöhung der Mitarbeitermobilität (46%) und die Implementierung eines Cloud-Modells (38%).

Viele IT-Verantwortliche sehen den steigenden Druck hinsichtlich der Bereitstellung von IT-Services als große Herausforderung:

Über die Hälfte der IT-Entscheider (53%) sagen, dass kleinere Mitbewerber moderne
Technologien schneller implementieren und somit flexibler auf Marktveränderungen
reagieren können, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Als Resultat zeigen sich über
Dreiviertel der befragten IT-Verantwortlichen (73%) besorgt oder fühlen sich von
kleineren Unternehmen sogar bedroht. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die
technologische Kluft zu reduzieren, stehen für 68% der IT-Verantwortlichen weitere Investitionen an erster Stelle. Zudem fordern 59% die Rekrutierung von qualifizierten ITExperten für ihr Unternehmen.

Weiters notwendig seien: eine stärkere Ausrichtung der IT an die Geschäftsziele (54%), die Ernennung eines Digital Officers (36%) und die Aufstellung von multidisziplinären Teams
(34%). Damit verdeutlichen die Studienergebnisse besonders die Relevanz von qualifizierten Mitarbeitern in der IT, um den optimalen Support für mehr Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und signifikante Wachstumschancen gewährleisten zu können.

Rob Harborn, Senior Economist beim Centre for Economics and Business Research
(CEBR), kommentiert die Ergebnisse der VMware-Studie: »Die globale Wirtschaft
hat sich gerade etwas erholt und steht vor einer erneuten Wachstumsphase, in der das
Geschäftstempo schneller denn je zuvor ist. Angesichts der bevorstehenden IT-Innovationen müssen die Unternehmen Geschäftsanforderungen und IT möglichst schnell auf eine Linie bringen. Unternehmen, denen dies gelingt, profitieren nachweisbar von mehr
Produktivität.«

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