Ausgabe 07-08 / 2012

Am Anfang war die Frage

Die BI-Branche unterliegt gegenwärtig einem massiven
Wandel. Was sich allerdings nie ändern wird:
Nur die richtigen Fragen können helfen, Berge von
Geschäftsdaten in fruchtbare Täler zu verwandeln.

Die Welt der Business Intelligence hat
sich in den vergangenen Jahren mit
rasender Geschwindigkeit entwickelt und
dazu einen enormen Bedarf an Arbeitnehmern
geschaffen, die Zugang zu den vielfältigen
und unstrukturierten Daten schaffen
– und Sinn stiften können. Vor nicht allzu
langer Zeit noch waren BI-spezifische Begriffe
wie maschinelles Lernen oder Natural
Language Processing weitgehend auf akademische
Kreise beschränkt. Nun erscheinen
diese Termini bereits auf Job-Bewerbungen
und fluten die HR-Büros der heißesten Silicon
Valley-Firmen. Auch die Berufsbezeichnungen
verändern sich: die »BI-Analytiker«
der jüngsten Vergangenheit positionieren sich
nun als »Analytic Engineers« oder »Data
Scientists«.

BI in Progress: Evolution kann eine unbändige
Sache sein. Doch trotz der jüngeren
Verschiebungen in der BI-Branche bleiben
die grundlegenden und erforderlichen Fähigkeiten
für BI-Analytiker weitgehend unverändert.
Dazu sollte man wissen: Daten- und Analyse-
Techniken allein ergeben nicht automatisch
eine gute Business Intelligence.
Letztere erfordert analytische Fragestellungen
aus Business-Sicht, entgegengesetzt zu
einer »technischen« Perspektive. Als Endziel
will jedes Unternehmen ein gutes Geschäft
mit immer besseren Produkten und Dienstleistungen
für seine Kunden bereitstellen.
Dafür sollte BI die Einblicke ermöglichen,
sprich: Erkenntnisse liefern über bestehende
und eventuell neue Kunden, über deren Ansprüche
und wie man ihnen das Leben leichter
machen kann. Daten können viele Geschichten
erzählen. Ein guter BI-Analytiker
muss dazu nur die richtigen Fragen stellen.

Richtige Tools für richtige Probleme:
Doch auch mit ausgefeilten Werkzeugen und speziellem
Wissen haben es viele Menschen schwer,
an Big Data-Probleme heranzugehen. »Wo
fange ich an?«, fragen sie. »Welches Tool kann
ich in dieser Situation verwenden? Welche
Daten muss ich sammeln?« Dann wird die
Business-Perspektive schlagend. Also: immer
mit dem Geschäftsproblem starten, das es zu
lösen gilt.

Es hat noch nie eine bessere Zeit für BI-Analytiker
gegeben, um neue Tools und Fähigkeiten
zu erlernen und anzuwenden. Aber
mit so vielfältigen Tools und Daten im Spiel
wie derzeit, ist der grundlegende Zweck von
Business Intelligence leicht aus den Augen
zu verlieren: es Unternehmen zu ermöglichen,
ihren Kunden besser und effizienter
dienen zu können. Wenn Unternehmen das
tun, haben sie Erfolg – und ihre Mitarbeiter
mehr fantasievolle Fachbegriffe, die sie in
ihrem Lebenslauf einfügen können.

Cover dieser Ausgabe

Inhalt dieser Ausgabe

Comments are closed.