Ausgabe 07-08 / 2010

IT-Services unter Druck

Der Preisdruck auf IT-Services bleibt hoch.
Anwender freuen sich, Dienstleister denken um.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise wirkte
sich im Jahr 2009 spürbar auf das
Geschäft der IT-Dienstleister aus. Mehr
als drei Viertel der IT-Services-Anbieter
verzeichneten Umsatzrückgänge. Das zeigt
eine nun von Berlecon Research und Pierre
Audoin Consultants (PAC) veröffentlichte
Studie, basierend auf einer Befragung von
112 Unternehmen in Deutschland, darunter
76 Anwender und 36 IT-Dienstleister.
Das Projektgeschäft war besonders stark von
der wirtschaftlichen Talfahrt betroffen. Dort
brachen die Umsätze bei jedem zweiten
Anbieter um mehr als 5% ein. Folglich fielen
in dem ohnehin aggressiven Marktumfeld
die Preise. Für die Geschäftsentwicklung
2010/11 hoffen die Dienstleister auf
eine Trendwende, insbesondere bei der
Ausgabenentwicklung im Projektgeschäft.

Die Aussichten: Einen Dämpfer erhalten
diese Erwartungen allerdings durch die
Einschätzung der Anwender. Speziell
größere Unternehmen ab 500 Mitarbeiter –
die auch den Großteil des Marktvolumens
repräsentieren – reagierten deutlich stärker
und länger anhaltend auf die wirtschaftliche
Talfahrt und teilen nicht die Erwartungen
der IT-Dienstleister. Stattdessen rechnen sie
mehrheitlich mit stagnierenden Services-
Ausgaben und weiter fallenden Preisen.
Auch die Analysten von Berlecon und
PAC sehen für die nächsten Monate weiter
anhaltenden Preisdruck. Andreas Stiehler,
Director Research bei Berlecon: »Viele
Unternehmen haben die Krise zum Anlass
genommen, die Beschaffung von IT-Dienstleistungen
zu professionalisieren und so
die Preise zu drücken. So zeigen die Befragungsergebnisse
eine Verlagerung der ITServices-
Ausgaben hin zu strategischen
IT-Dienstleistern.«
Tobias Ortwein, Vice President PAC
Deutschland, ergänzt: »Allein durch den
Konsolidierungsprozess wird der Preiswettbewerb
der Services-Lieferanten angefacht.
Hinzu kommt, dass für die Positionierung
als Preferred Supplier in der Regel spürbare
Preisnachlässe eingefordert werden.«

Die Befragungsergebnisse unterstreichen
schließlich auch die hohe und weiter steigende
Popularität der Festpreisabrechnung
im IT-Services-Markt. Aus Sicht von PAC
und Berlecon könne dieser Trend dazu beitragen,
den Preisverfall zu mildern. Um
diese Chance zu nutzen und die mit der
Festpreisabrechnung verbundenen Risiken
zu minimieren, müssten die Dienstleister die
Industrialisierung vorantreiben und die Prozesskompetenz
ausbauen. Das würde auch
das Projektgeschäft stimulieren.
Insgesamt raten die Analysten dennoch
zu einer differenzierten Betrachtung der
Preisentwicklung. Als Basis für eine dedizierte
Benchmark-Analyse entwickelten
sie daher eine detaillierte Preisdatenbank
mit mehr als 10.000 Referenzpreisen für
unterschiedliche Dimensionen (Tätigkeiten,
Branchen, Lösungen, Plattformen etc.).
Die komplette Datenbank bzw. spezifische
Einzelauswertungen sind bei Berlecon
und PAC unter www.ict-researchboard.de
einsehbar.

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