Ausgabe 07-08 / 2009

Pleiten und Insolvenzen

Die Krise hat Österreich bislang »gemäßigt« getroffen.
Beim Nachbarn sieht es leider schlimmer aus.

Aus Sicht des KSV ist die Wirtschaftskrise
in einigen Teilbereichen der Wirtschaft
Österreichs bereits ungehemmt angekommen. Es
sind dies: Exportwirtschaft, Mechanische Fertigung
und Automotive Industry. Andere wichtige
Sektoren der Wirtschaft blieben im 1. Halbjahr
2009 noch weitgehend »verschont«.
Die Zahl der Unternehmenspleiten ist im
1. Halbjahr 2009 gegenüber 2008 um rund
9% gestiegen. Die davon betroffenen Schulden
explodierten fast auf das Doppelte und die
betroffene Zahl der Arbeitsplätze stieg um fast
45% gegenüber der Vergleichsperiode.
Der in Österreich große Sektor Dienstleistungen
dürfte hingegen noch nicht soviel verspürt haben.
Die Krise ist in Summe daher hierzulande noch
nicht voll eingetroffen. Auch steht zu erwarten,
dass manche Sektoren schon wieder Aufwind
erhalten, wenn andere den Sog nach unten erst
so richtig spüren.

Sorge beim Nachbarn:
Indes zwingt die Krise
laut Creditreform immer mehr deutsche Unternehmen
zur Aufgabe. Österreichs wichtigster
Wirtschaftspartner verzeichnet allein für den ersten
sechs Monate 2009 einen Insolvenzzuwachs
um gut 14% (von 14.570 auf 16.650 Firmen).
Ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht in
Sicht. Finanzierungs- und Liquiditätsengpässe,
gepaart mit einer schlechten Auftragslage, werden
die Insolvenzspirale auch in den nächsten
Monaten in Bewegung halten.
Dass diese deutsche Statistik auch für Österreich
von großer Bedeutung ist, belegen folgende
Zahlen: 2008 beliefen sich die österreichischen
Importe auf insgesamt 119,1 Mrd. Euro. Davon
wurden 48,2 Mrd. Euro (ca. 40%) allein aus
Deutschland eingeführt. Auch bei den Exporten
ist die Bundesrepublik mit Abstand unser
wichtigster Handelspartner: von den 117,3 Mrd.
Euro, die österreichische Unternehmen 2008
exportierten, gingen 34,9 Mrd. Euro (ca. 30%)
zum großen Bruder.

Was noch kommt:
Der Ausblick des KSV auf
das rotweißrote Gesamtjahr 2009 ist nur begrenzt
beruhigend: Manche wichtigen Bereiche der
österreichischen Wirtschaft sind bisher aus dem
Sog der Krise herausgehalten worden. Eine
bedeutende Rolle spielten dabei naturgemäß
die Geschäftsbanken, die in schwierigen Zeiten
besonders gefordert sind, die Liquidität der
Unternehmen aufrecht zu erhalten, dabei aber
auch zu entscheiden, wem Unterstützung gegeben
wird und wem nicht.
Wenn es den größeren Unternehmen gelingt,
so der Kreditschutzverband, sich kapazitätsmäßig
an die geänderten Verhältnisse anzupassen,
werden die Auswirkungen nicht dramatisch ausfallen.
Dort allerdings, wo schon in der Vergangenheit
strukturelle Mängel in den Betrieben
vorlagen (Absatzprobleme, Finanzierungsschwäche
oder Ertragsprobleme) werde es in den folgenden
Monaten verstärkt zu Ausleseprozessen
kommen. Gute und im Kern erfolgreiche Unternehmen
würden aber diese Probleme mit Unterstützung
ihrer Finanzierungspartner in den Griff
bekommen.

Zur Entspannung ist demnach noch nicht zu
raten. Gerade was Strukturprobleme in einzelnen
Unternehmen betrifft, heißt es jetzt noch umso
akkurater die Prozesse zu durchleuchten und
schnell auf Vordermann zu bringen. Aber das
sollte auch in der Zukunft noch eine unendliche
Geschichte sein.
Eine informative Lektüre unserer vorliegenden
Sommerausgabe wünscht Ihnen das output-
Team.

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