Ausgabe 05 / 2011

Innovation und Management

Die zunehmende Geschäftsprozessintegration
entfacht die Frage nach Innovation von Neuem.

Noch nie wurde so viel über Kreativität
und Innovation geredet. Noch nie
gab es so viele Möglichkeiten, unterschiedlichste
Köpfe und Denker miteinander zu
vernetzen, und noch nie gab es so viele exzellent
ausgebildete Manager, die die besten
Business-Schulen der Welt besucht haben.
Klar definierte Entscheidungskriterien trennen
gute von schlechten Ideen. Dazu setzen
wir auf bewährte Instrumente: Trendanalysen,
Marktanalysen, Kundenzufriedenheitsanalysen,
Machbarkeitsstudien, Konzepttests,
Risikoanalysen, Markteintrittsstudien, Marktpotenzialanalysen
et cetera. Doch was tun,
damit neue Ideen im Unternehmen nicht versickern,
sondern systematisch vorangetrieben
werden?

Ergebnis im Mittelpunkt:
Die weltweit innovativsten
Unternehmen – wie etwa Amazon,
Apple oder Microsoft – haben Kreativität so
tief in ihrer DNA verankert, dass sie jeden
Bereich durchzieht. Jedes Projekt, jede Arbeitsgruppe
und jeder Prozess ist so gestaltet,
dass Hindernisse durch kreative Lösungen
schnell und unkompliziert überwunden werden
können, Entscheidungen rasch und
unbürokratisch getroffen werden und Ideen
entstehen können, wo andere Unternehmen
stecken bleiben.
Dabei ist es wichtig, höchst individuelle Antworten
zu finden, wie Innovationen so gut
wie möglich entstehen können. Denkweisen
und Methoden der Kreativen sind dabei
teils so unkonventionell wie die Produkte
und Geschäftsmodelle, die sie hervorbringen.
Nicht der Prozess, sondern das Ergebnis
steht im Mittelpunkt.

Kreatives Handeln:
Im modernen Management
ist Prozessstandardisierung eines der
Allheilmittel. Scheinbar alles lässt sich in
Prozesse pressen. Ob Strategie, Rechnungslegung,
Ausbildung oder Produktion – Manager
haben es gelernt, Prozesse zu entwickeln,
zu optimieren und zu kontrollieren, Regeln
aufzustellen, Schnittstellen zu identifizieren
und die Effektivität zu messen. In fast allen
Bereichen eines Unternehmens ist das auch
sinnvoll. Kreatives Handeln folgt jedoch
anderen Gesetzen als 90% aller Betriebsabläufe.
Kreativität lässt sich nicht standardisieren,
und jeder Versuch es zu tun, führt
unweigerlich zu Verzögerungen oder sogar
zum Scheitern eines Projektes.
Beim Elektronikhersteller Samsung erinnert
Ideenentwicklung an das Dschungelcamp.
Samsung hat auf der ganzen Welt Designcenter
eingerichtet, in denen die traditionell
hierarchische Kultur Südkoreas aufgelöst
wird. Mitarbeiter werden offiziell dazu aufgerufen,
ihren Vorgesetzten zu widersprechen
und Ideen zu äußern. Entwickelt werden diese
Ideen in kleinen Teams von drei bis fünf
Mitarbeitern. Das »Camp« dürfen sie erst
verlassen, wenn die Erfindung gemacht ist.

Vom Ziel überzeugt:
Heute sind Unternehmen in der Lage, ihren Kunden maßgeschneiderte
Produkte anzubieten und ihr
Marketing individuell auszurichten – sofern
sie die dazu notwendigen Daten aus ihren
Silos befreien und bereichsübergreifend
nutzbar machen können. Die Flut der Analyseinstrumente
im modernen Management
verdrängt aber mitunter, was herausragende
Geister der Geschichte wie beispielsweise
Albert Einstein oder Thomas Edison ausgezeichnet
hat: Die Überzeugung, ein lohnendes
Ziel zu verfolgen. Andererseits darf
heutzutage auch das Datenmanagement kein
Stiefkind sein. Denn Kreativität geht in der
modernen Informationsgesellschaft Hand in
Hand mit vernetzten und geordneten Prozessen
für die erfolgreiche Umsetzung.

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