Ausgabe 05-06 / 2014

Schöne neue Welt

Wir befinden uns in einer Epoche des wirtschaftlichen Wandels. Vorsicht vor Fallstricken.

Motivierte Mitarbeiter sind von entscheidender Bedeutung für den Unternehmenserfolg.
Dabei können Firmen auf sehr unterschiedliche Weise ihre Angestellten motivieren. Neben finanzieller Entlohnung und beruflicher Anerkennung ist dies vor allem auch die aktive Einbindung in Entscheidungs- und Optimierungsabläufe mithilfe von flexibler, agiler IT-Unterstützung.

Denn damit sich die Mitarbeiter engagiert einsetzen und motiviert mit neuen Ideen einbringen können, bedarf es einfach zu handhabender Business-Lösungen. Kann der Mitarbeiter mit einer anwenderfreundlichen IT-Lösung arbeiten, so macht er das
sicherlich viel lieber als mit einer komplizierten und unverständlichen Anwendung.

In der Realität ist es jedoch oft so, dass in den Organisationen starre Strukturen vorherrschen, die es den Mitarbeitern nicht möglich machen, ihre Kundenerfahrungen
und ihre Expertise einzubringen. Viel zu komplex sind vielerorts noch die Tools
für das Geschäftsprozessmanagement, mit denen Firmen arbeiten. Mit starren Business-
Lösungen lassen sich aber weder die Anforderungen der Mitarbeiter genau umsetzen,
noch sind schnelle Reaktionen auf unvorhergesehene Ereignisse möglich.

Die Folge: Die Mitarbeiter sind demotiviert und haben keine Lust, sich aktiv mit neuen Ideen einzubringen. Einer Umfrage von GFI Software in den USA zufolge wollen 79% aller IT-Administratoren ihren Job kündigen. Der Grund: übermäßig viel Stress.

Bereits zum dritten Mal wurden insgesamt 200 Administratoren befragt. 2013 gaben noch 57% an, dass sie über eine Kündigung nachdenken, in diesem Jahr sind es 22 Prozentpunkte mehr. 23% aller Befragten gaben an, dass sie regelmäßig zwischen acht und zwölf Überstunden in der Woche machen würden, ohne diese ausbezahlt zu bekommen. 35% sagten, dass sie zu wenig Zeit mit der Familie verbringen würden. Ein Viertel der Befragten gab sogar an, dass ihre Beziehung durch den Beruf massive Schäden erlitten oder gar zu einer Trennung geführt hatte. Ein alarmierendes Signal von jenseits des Atlantiks.

Flexibilität und Agilität werden zunehmend von der IT verlangt wie auch vom Business. Doch der Weg dahin ist mitunter steinig. Nicht dass der Innovationsgrad und der Einfallsreichtum der IT das Nadelöhr dafür wäre. Vielmehr sind es organisatorische
Strukturen im Hintergrund oder auch mangelnde Führungsqualitäten von überforderten
Managern, die das Wirtschaftsleben unnötigerweise verkomplizieren und erschweren – und zu steigender Unzufriedenheit in der Mitarbeiterschaft führen. Der CIO als moderne Führungskraft muss darauf einen klaren Blick bewahren. Ob Vergleiche mit Machiavellis »Il Principe« von vor 500 Jahren zulässig sind, mag bezweifelt werden.

Nichtsdestoweniger stehen wir gegenwärtig (wieder) an der Schwelle zu einer neuen
Epoche in der technologischen, organisatorischen und sozialen Wechselwirkung. Die »Consumerization der IT« in Zusammenhang mit einem unbändigen Datenwachstum
führt uns in eine »schöne neue Service-Welt« – diverse versteckte Fallstricke inklusive. Talent Management hat für eine erfolgreiche Zukunft eine wichtigere Bedeutung denn je.

Cover dieser Ausgabe Inhalt dieser Ausgabe

Comments are closed.