Ausgabe 04 / 2011

Gemach und Ungemach

Eine jüngst unter österreichischen CIOs durchgeführte
Umfrage zeichnet ein aktuelles Sittenbild
der hiesigen Unternehmens-IT.

Zu Beginn des Jahres 2011 hat L.S.Z
Consulting im Rahmen seines CIOKreises
166 IT-Chefs der Top-750-Unternehmen
zu Budgetentwicklung, Personalstand
sowie aktuellen Themen und Trends
befragt. Hinsichtlich der Budgetentwicklung
stellt L.S.Z-Geschäftsführer Dr. Alexander
Loisel einen positiven Trend fest: »Im Vergleich
zum Vorjahr sind die österreichischen
CIOs ungleich positiver eingestellt. Überwogen
2010 noch die Kürzungen bei Investitionen,
ist es 2011 umgekehrt.«

IT-Budget:
Nachdem im vergangenen Jahr
viele CIOs mit weniger Mitteln auskommen
mussten, sieht die Lage 2011 rosiger aus.
Der Mehrzahl der CIOs (37%; vs. 18% 2010)
steht mehr Geld zur Verfügung. 13% erhalten
sogar eine Erhöhung um mehr als 10%.
Dem gegenüber rechnen 22% mit Kürzungen.

IT-Themen:
Das wichtigste Thema des Jahres
2011 für CIOs ist die Optimierung der
Geschäftsprozesse, knapp gefolgt von Effizienzsteigerung
– beide Belange waren
auch 2010 Spitzenreiter. Platz drei nimmt
heuer die Verbesserung der Abstimmung
seitens der IT mit den Fachabteilungen ein
– während 2010 die Kosteneinsparung das
Podest komplettierte. Die etwas entspannte
Wirtschaftslage und die wieder steigenden
Auftragszahlen führen auch zur besseren
Position der Weiterentwicklung von ERPLösungen.
Platz fünf geht, wie schon 2010,
an die Optimierung der IT-Infrastruktur.

Mobilität:
In Anlehnung an die Untersuchungen
des Kooperationspartners Forrester
ortet L.S.Z, dass der Trend zu Smartphones,
Tablets und Notebooks »längst vom Privatleben
in den Business-Bereich übergeschwappt
« ist. Daher sollte sich spätestens
jetzt jeder mit einer firmeninternen »Mobile
Device Strategie« beschäftigen. In 45%
der österreichischen Unternehmen sei der
Gebrauch von privaten Endgeräten für Firmenanwendungen
bereits gestattet.

Social Media:
Im Bereich der privaten Nutzung
ist Social Media in Österreich längst
ein Top-Thema. Auch stattliche 42% der
CIOs wollen sich heuer mit diesem Thema
zumindest befassen, während immerhin
13% es links liegen lassen und 17% es als
reines Aufgabengebiet der Marketing-Abteilung
sehen und nicht der IT zuordnen.

CIO-Rolle:
Last but not least sehen die österreichischen
CIOs ihre Rolle noch immer eher
klassisch technisch orientiert: Die Hauptaufgabe
liegt laut Eigenbetrachtung darin, IT-Einsparungen
zu realisieren und Fachabteilungen
bei Bedarf zu unterstützen. Immerhin 30% der
Befragten sehen sich derzeit als wichtigen
Beitragsleister zum Unternehmenserfolg.
Der Vision hingegen, dass schon in drei bis
vier Jahren das Gehalt eines CIOs an die Umsätze,
die durch IT generiert werden, gekoppelt
sein könnte, nehmen 69% als für sie nicht
zutreffend wahr. Bloß 6% blicken einer derartigen
Realität ins Auge; für 24% ist sie »teilweise
vorstellbar«.

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