Ausgabe 03 / 2010

Intelligentes Haushalten

Schwarz auf Weiß: Sparen am falschen IT-Platz
höhlt die Existenzgrundlage von Unternehmen aus.

Jetzt ist es aktenkundig: Die Kürzungen
der IT-Budgets und die fehlenden ITInvestitionen
während des Jahres 2009
haben bei zahlreichen Unternehmen dazu
geführt, dass sie Umsatz, Innovationen und
Kunden verloren haben. Das ergab eine
Untersuchung von Datamonitor, die BT
Global Services in Auftrag gegeben hatte.
Für die Studie »Enterprise Intelligence:
the challenge for the CIO in 2010« wurden
über 2.400 Anwender und 270 CIOs und
Führungskräfte in 13 Ländern befragt. Ein
Viertel der Manager sagte, dass Kürzungen
der IT-Budgets die Innovationsfähigkeit
beeinträchtigt hätten. Fast ebenso viele
(23%) gaben an, dass solche Einsparungen
zum Verlust von Aufträgen geführt hätten.
Und 27% sind der Meinung, dass dies
darauf zurückzuführen sei, weil sie benötigte
Informationen nicht finden konnten. Verantwortlich
dafür machen sie zumeist eine
veraltete Infrastruktur oder ungeeignete Softwarelösungen.

Informationen teilen:
Die Studie stellt
ebenso die Rolle des CIO in Frage. Der ITChef
sei nicht mehr für alle Informationen
im Unternehmen zuständig. Mit Web 2.0
ändern sich die Aufgaben der Mitarbeiter wie
auch jene des CIO. Erstere sind nicht bloß
Kunden der IT, die eine mehr oder weniger
zentrale Informationstechnik bereit stellt. Sie
produzieren selbst Informationen, betätigen
sich als Kuratoren des Überangebots und
gehen selbst auf Informationsfang.
Führungskräfte leiden nicht darunter, dass
ihnen zu wenig Daten und Informationen
zur Verfügung stehen, sondern vielmehr,
dass es die richtigen sind am richtigen Ort
zur richtigen Zeit und in angemessener
Menge. Der CIO muss dafür sorgen, dass
genau das geschieht. Ein Weg, die Effizienz
in den Unternehmen zu erhöhen, ist es,
die Informationen zu teilen und unter den
Mitarbeitern zu verteilen: Collaboration.
Die Manager wiederum fühlen sich
überfordert von der Flut an operativen
Daten, obwohl ohne diese keine effektive
Unternehmensführung möglich ist. 26%
der Führungskräfte sagen, dass sie mehr
operative Daten bekommen als notwendig
und dass sie damit zu kämpfen haben, die
adäquaten Informationen darin zu erkennen.
Selbst 23% der CIOs geht es genauso.

Einsicht gewinnen:
Insgesamt zeigen sich
zwei Drittel der CIOs jedoch zuversichtlich,
dass ihr IT-Budget in diesem Jahr um
mindestens so viel und ebenso schnell
wächst wie die gesamte Wirtschaft.
Dennoch könnten die Mittel für notwendige
Investitionen zu knapp bemessen sein.
Darum setzen sich viele Firmen mit dem
aktuellen Buzzwort schlechthin auseinander,
mit der Cloud. Analysten gehen davon aus,
dass Cloud-Dienste in diesem Jahr den
Durchbruch schaffen werden. Doch dafür
müssten sich die Einstellungen der CIOs
und anderer Top-Manager ändern. So fehlt
bei über der Hälfte der CIOs (53%) noch die
Einsicht, wie sie mit Cloud Computing Geld
sparen können, obwohl das Cloud-Modell
dafür ausgelegt ist, die Anschaffungskosten
gering zu halten oder ganz zu beseitigen.

Cover dieser Ausgabe

Inhalt dieser Ausgabe

Comments are closed.