Ausgabe 02 / 2009

Aktiv gegen die Krise

Der Wandel bringt vielfältige Chancen und Möglichkeiten,
aus der Veränderung Kapital zu schlagen.

Die im vergangenen Jahr ausgebrochene
Wirtschaftskrise hat viele Unternehmen
und die meisten CIOs in eine schwierige Situation
gebracht, die sie in dieser Form bisher nicht
kannten«, stellte kürzlich Mark Raskino fest,
VP & Fellow bei Gartner Research. Viele CIOs
seien bereits angewiesen, mit geringeren Budgets
auszukommen, vielen anderen stehe dies
noch bevor. Firmenchefs dämmen kurzfristige
Ausgaben möglichst schnell ein, um den Marktlaunen
gewachsen zu sein. Doch gleichzeitig
dürfen diese Kürzungen etwaige Chancen auf
eine Erholung des Wachstums nicht beeinträchtigen.
Wir stehen unbestritten am Beginn eines schwierigen
Jahres. 2009 müssen CEOs und Unternehmen
ihr Überleben sichern und gleichzeitig in
eine strategische Erholung für 2010 und darüber
hinaus investieren. Doch Zeiten einer Rezession
gelten auch als Chance zur Selbstprüfung für
Unternehmen, um ihre vorhandenen Stärken voll
auszuschöpfen und daraus etwas Neues zu entwickeln.

Empfehlungen 2009:
In den pünktlich zum Jahreswechsel
präsentierten »CIO Resolutions
2009« lieferten die Gartner-Analysten ihre
Neujahrs-Empfehlungen für CIOs ab. Sie sollen
IT-Entscheider dabei unterstützen, über ihre
Kernaufgaben hinaus sowohl die eigene Leistung
als auch die ihres gesamten Teams zu verbessern.
Der diesjährige Tenor: CIOs müssen
den negativen Folgen des Abschwungs aktiv entgegentreten.
Die Empfehlungen für 2009 adressieren vier
strategische Themen:

1. Stärkung dauerhafter Kräfte und Assets – sei
es durch den Aufbau eines Alumni-Netzwerks,
durch verstärkte Vorbildfunktion oder durch die
Suche nach hochwertigen IT-Talenten für die
Zeit danach.

2. Vorbereitung auf den nächsten Wandel – sei
es durch beispielgebende persönliche Nutzung
sozialer Netzwerke, sei es durch ernsthafte Auseinandersetzung
mit »Cloud Computing« (auch
wenn sie gegenwärtig noch verwirrend sei), denn
in zehn Jahren werde ein Großteil der IT auf diesem
Weg erbracht werden, so dass CIOs beginnen
sollten, ihre Organisationen umsichtig in die
notwendige Richtung zu dirigieren.

3. Vermeidung von Kollateralschäden – vor allem
bei Mitarbeitern und langfristigen Projektzielen,
wie auch bei der Interaktion mit Lieferanten und
Partnern, um mit ihnen Kostenoptimierungen
und Wertsteigerungen in den jeweiligen Organisationen
zu diskutieren.

4. Neue Technologien kennen lernen – angesichts
der vielfältigen Aufgaben erinnert Gartner
regelmäßig CIOs daran, dass sie sich die Zeit
nehmen müssen, mit zentralen technologischen
Entwicklungen Schritt zu halten und diese auch
persönlich auszuprobieren. Im Jahr 2009 seien
dies etwa: E-Book Reader, Google Chrome,
Erstellung kleinerer Cloud-Applikationen, You-
Tube als Suchmaschine ausprobieren und HDTelekonferenzen.

Nicht auf Anweisungen warten:
Gartner-Analyst Mark Raskino meint abschließend: »Es scheint
unvermeidlich, dass 2009 harte Zeiten auf die
meisten Sektoren zukommen werden, so dass
CIOs nicht auf Handlungsanweisungen warten
sollten. Sie haben vielfältige Möglichkeiten, ihre
Assets zu schützen und aus den sich durch die
Veränderungen ergebenen Chancen Kapital zu
schlagen.« Kurzer Zusatz: »Wenn sie jetzt mit
der Planung ihrer Strategie beginnen.«
Mir fällt ergänzend noch die deutsche Musikgruppe
Geier Sturzflug ein, die da 1983 trällerte:
»Ja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir
steigern das Bruttosozialprodukt, …«

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