Ausgabe 01 / 2009

Erfolgreich in der Krise

Vorhersagen sind heuer schwieriger als sonst zu
treffen. Doch ohne den Lebensnerv IKT werden
auch im neuen Jahr keine Geschäfte möglich sein.

Zuletzt hat es noch die Oesterreichische
Nationalbank (OeNB) geschafft, der heimischen
Wirtschaft ihre Weihnachtsgrüße zu
übermitteln, indem sie ihre Prognose für die
nächsten zwei Jahre markant um 2 bzw. 1,6%
zurücknahm. Demnach soll das reale Bruttoinlandsprodukt
(BIP) 2009 um 0,3% schrumpfen,
das Wachstum für 2010 wird mit schlanken
0,8% angenommen. »In Folge des globalen
Abschwungs ergibt sich eine sehr ernste Lage
für die österreichische Konjunktur«, kommentierte
OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny die
Einschätzung.

Auch in den bisher dynamisch wachsenden osteuropäischen
Staaten und den großen Schwellenländern
in Asien und Lateinamerika zeichne sich
eine »deutliche Wachstumsdämpfung« ab. Der
prognostizierte Konjunktureinbruch in Österreich
schlage »sich sowohl in einem deutlichen
Rückgang der Exporte als auch in einem niedrigeren
Wachstum der Inlandsnachfrage nieder.
Während die Exporte in den vergangenen Jahren
stets den Konjunkturmotor darstellten, werden
sie im Jahr 2009 um 2,7% schrumpfen«.
Von der Inlandsnachfrage werde nächstes Jahr
aber noch ein »leicht positiver Wachstumsbeitrag
von +0,1%« ausgehen, heißt es seitens der
Nationalbank.

Das Beschäftigungswachstum wird laut OeNBPrognose
2009 auf 0,2% zurückgehen, während
die Anzahl der Arbeitslosen in den Jahren 2009
und 2010 um insgesamt rund 45.000 steigen
dürfte. Die Arbeitslosenquote laut Eurostat wird
sich laut OeNB von derzeit etwa 3% auf 4,2%
(2009) bzw. 4,8% (2010) erhöhen.
Dass auch der erfolgsverwöhnten IT-Branche
eine Durststrecke bevorsteht, ist unbestritten.
Trotzdem ist anzunehmen, dass die Unternehmen
im nächsten Jahr neue Arbeitsplätze schaffen
werden, auch wenn viele für 2009 nur noch
mit einem stagnierenden Geschäft rechnen. Auch
wenn die Telekom-Gesellschaften weiter Stellen
abbauen, sollten Neueinstellungen in der ITIndustrie
das Manko wieder ausgleichen.
Gerade in der Krise profitiert die IT-Branche
von Restrukturierungen in den Wirtschaftsbetrieben.

Selbst wenn manche Projekte zum Teil verschoben
werden und eine Fokussierung auf das
Notwendige erfolgt, so kann es sich auf Dauer
niemand für seine Geschäftsentwicklung leisten,
den Lebensnerv Informationstechnologie zu vernachlässigen.
Vorhersagen sind im aktuellen Umfeld noch
schwieriger als sonst. Staatliche Finanzspritzen
verlangt die IKT-Branche jedenfalls nicht. Sie
will aus eigener Kraft aus dieser Situation kommen.
Dass aber der Bund dabei allerdings längst
überfällige IT-Investitionen angehen sollte, ist
wünschenswert. Diese Schulden wird unsere
Volkswirtschaft auch noch verkraften. Wir sind
gespannt, wie weit Verbalbekenntnisse der neuen
Regierung ihren Niederschlag finden werden.
Einen erfolgreichen Start ins neue Jahr wünscht
Ihnen das output-Team.

Cover dieser Ausgabe

Inhalt dieser Ausgabe

Comments are closed.